- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Første bind /
200

(1874-1922)
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200 A. B. Drachmann: Weniger befriedigt die Interpretation des Verf.s, wo es nicht auf Belesenheit, sondern auf gesunden Sinn und guten Geschmack ankommt. In der Auffindung von versteckten Beziehungen, besonders in den Bigennamen, geht er viel zu weit; so vermuthet er — ein Beispiel von vielen — in dem ἐς Φασηλίδα πλώσῃ 11 59 eine boshafte Anspielung auf den Rhetor Theodektes (der doch wahrscheinlich zur Zeit des Herondas schon lange todt war). Auch mit dem Faustkämpfer Mög ἐμ Iloon (ebenda 62), der anderwärts viel Glück gemacht hat, kann ich mich nicht recht befreunden, wenn auch zuzugeben ist, dass Herondas möglicher Weise seinem /eno die moderne Verdrehung des alten Sprichwortes in den Mund gelegt hat. Aber auch an Stellen, die von dieser Bigenheit nicht berührt werden, wird zu oft das Künstliche und Gesuchte dem Einfachen und Natürlichen vorgezogen. Ein Beispiel instar omnium ist die Erklärung des Schlusses von III, auf die ich unten zurückkommen werde; in dieselbe Kategorie gehört die Behandlung der Stelle IV 75 f., wo Cr., auch nachdem Bücheler das Richtige gegeben, an seiner Auffassung festhält. I 26 wird οἶκος τῆς ϑεοῦ als «das reine Paradies» erklärt, unter Berufung auf Stellen, wo ϑεῶν οἶκος steht: auf das Richtige deutet schon Rutherford (die Heimath der Aphrodite). Über VI 84 s. jetzt Blass Gött. gel. Anz. 1892, p. 234. Dass Adov τιμὴ V68 nicht zu erklären ist, sollte man doch lieber einfach zugeben, als es mit μητρὸς ἐμῆς σέβας τ. s. Ww. zusammen bringen. Es ist überhaupt mit den Erklärungen des Verf.s vielfach wie mit seinen Ergänzungen: das nescire fateri fällt ihm schwer. Anstatt mich in eine unfruchtbare Kritik weiter zu vertiefen, will ich lieber ein paar Stellen vorführen, zu deren Erklärung ich etwas beitragen zu können glaube; ich werde dabei gelegentlich auf Cr. Bezug nehmen, um obiges Urtheil zu erhärten. Die gesammte Herondaslitteratur durchzugehen, hat mir die Zeit gefehlt; möglicher Weise ist deshalb Einiges schon von Andern vorweggenommen. 120 ἀλλ᾽ οὐ τοῦτο μή σε ϑεομήνῃ können nicht der Metriche gehören, wie bei Cr.; in ihrem Munde müsste es wenigstens heissen: ἀλλὰ τοῦτο μή σε ὃ. Im Munde der Gyllis bedeuten die Worte wohl: doch davon wirst du keine Freude haben (ich lasse mich nicht necken). 42 κεῖνος ἢν ἔλθῃ... μηδὲ εἷς ἀναστήσῃ wird von ΒΜ]. und Cr. einstimmig auf den Tod (der Metriche) gedeutet; nach Rutherford und Blass gehören die Worte der Metr., und "εῖνος geht auf den Mann derselben. Letzteres ist richtig; aber die Worte gehören der Gyllis und beziehen sich auf die Möglichkeit, dass der Mann der Metriche auf der Reise umkommen könnte, wie das vorhergehende γηῦς μιῆς ἐπ᾽ ἀγκύρης oùz ἀσφαλὴς Óoμοῦσα so Wie vs. 68 μὰ τὴν γὰρ Δίάνδριος κατάπλωσιν deutlich zeigen. Suppliren kann ich die Stelle nicht; aber der Sinn ist:

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