- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Andet bind /
134

(1874-1922)
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134 Karl Hude: Anm. af G. Kaibel, Stil und Text der Πολιτεία ᾿Αϑηναίων des Aristoteles. Berlin 1893, Weidmann. VI -+ 278 5. Der erste eindruck des vorliegenden werkes ist gewissermassen eine täuschung gewesen. Die vielseitige gelehrsamkeit und der gesunde sinn des verfassers, auch wohl die tüchtigkeit seiner bisherigen diesbezüglichen leistungen hatten jedenfalls meine erwartungen auf das buch so hoch gespannt, dass eine gewisse unzufriedenheit das resultat geworden ist, vielleicht nicht ganz mit recht; es lässt sich doch immerhin viel nutzen aus dem lesen gewinnen. Der erste hauptteil (s. 1—111), «Sprache und Stil der Aristotelischen 249. πολ.», scheint mir unbedingt der bessere zu sein; die untersuchung ist mit wahrhaft erstaunlicher beherrschung des gesammten sprachlichen materials und mit grosser feinheit gemacht. Ein paar gegenbemerkungen beabsichtigen nicht, diesen eindruck abzuschwächen. Kaibel betrachtet (s. 22 ff.) das ganze kap. 22 als «nichts weiter als historisches Material, . .. zu dessen stilistischer Bearbeitung Arist. nicht gekommen ist» und es scheint ihm unbestreitbar (s. 27), «dass Arist. die Π|ολ. 40. zwar hat herausgeben wollen, ... dass er aber ..…. selbst an der letzten Ueberarbeitung verhindert worden ist». Kaibel hat sich hier von seiner nicht unberechtigten, grossen bewunderung vor dem stil des schriftchens zu weit führen lassen; denn die von ihm hervorgehobenen stilistischen anstösse im kap. 22 und anderswo (z. b. 21, 4) gestatten kaum die annahme der unfertigkeit. S. 34 anm. 1 werden die ausdrücke (14,4) γυναῖκα μεγάλην καὶ καλήν und ἀρχαίως καὶ λίαν ἁπλῶς als eine kritik Herodots bezeichnet, welcher die Phye als μέγαϑος ἀπὸ τεσσέρων πηχέων ἀπολείπουσα τοεῖς δακτύλους καὶ ἄλλως εὐειδής beschreibt und den ganzen vorgang πρῆγμα εὐηϑέστατον nennt; mir scheinen dieselben ' vielmehr blosse abschwächungen der herodoteischen ausdrücke zu sein. Ueberhaupt leidet die behandlung derjenigen ionismen, welche in den dem Herodot nacherzählten abschnitten vorkommen, an einiger unsicherheit; man braucht durchaus nicht, wie Kaibel meint (s. 44 f.), diese abschnitte als unfertig anzusehen, weil man das vorhandensein unwillkürlicher reminiscenzen zugiebt. Eben der umstand, dass auch unattische, gut Herodoteische, aber an den betreffenden stellen zufällig von Herodot nicht verwendete ausdrücke vorkommen, wie K. richtig hervorhebt, zeugt dafür, dass die nacherzählung ohne jegliche pedanterie in der wahl der wörter vorgenommen worden; denn dass Arist. absichtlich durch verwendung dieser ausdrücke seiner erzählung eine färbung gegeben habe, die an die fremdartige vorlage erinnern sollte, ist eine zu gesuchte erklärung. Als besonders interessante abschnitte hebe ich übrigens hervor: s. 81 ff., wo er Blass’ isorythmische theorie mit erfolg widerlegt, und s. 106 ff., worin der gegensatz zwischen

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