Full resolution (JPEG)
- On this page / på denna sida
- Sidor ...
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread.
/ Denna sida har aldrig korrekturlästs.
182 J. L. Heiberg: Anm. af Dieterich, Nekyia.
des Dionysos und der A phrodite.also ausgeschlossen sind, bleiben
nur Licht, Singen und Blumenduft, die nothwendig allen Paradiesen
gemeinsam sein müssen, so lange man bei den fünf Sinnen bleibt
und nicht auf geistige Genüsse verfällt; aber dann hat es mit der’
naiven Paradiesvorstellung ein Ende. Hieraus würde also eine
Entlehnung nicht folgen. Aber unter den Strafen sind einige von
so frappanter Uebereinstimmung, dass man an Zufall nicht
glauben möchte, z. B. wenn die Sünder sich auf spitzen
Kieselsteinen wälzen, wie bei Platon (nach den Orphikern) auf Disteln,
oder wenn als Peinigungsort ein See erwähnt wird, worin ἡ
δυσωδία τῶν κολαζομένων zusammenfliesst, wie bei Aristophanes
der διαρροίας ποταμός, die höchste Steigerung des βόρβορος, der
hier wie dort als Strafmittel die Hauptrolle spielt.
Zur Stütze des Ergebnisses werden andere Verquickungen von
orphischem und christlichem hübsch zusammengestellt !. Und es
hat in der That nichts überraschendes. Man stellt sich oft
gedankenlos die Kluft zwischen Christen und Heiden gleich anfangs
allzu gross vor; es waren ja doch dieselben Leute, die heute
Orphiker waren oder sonst einem Conventikel angehörten um morgen
sich einem anderen, mehr versprechenden anzuschliessen. Selbst
wenn das ein christliches war, war «der neue Mensch» doch nicht
im Handumdrehen fertig.
Neben dem Hauptgedanken werden gelegentlich viele andere
Fragen behandelt oder gestreift, vielleicht sogar ein bischen zu
viel; das Herbeiziehen von Sathen, welche mit der Hauptfrage
weniger in Verbindung stehen, wirkt etwas ermüdend, so wie auch
die zahlreichen Wiederholungen, lie durch die gewählte Eintheilung
des Stoffes nothwendig geworden sind. Aber wer will mit dem
Verfasser rechten, weil er zuviel bietet? Wo so viel Wissen und
Urtheil beisammen sind, wird die Fähigkeit den übersprudelnden
Reichthum künstlerisch zu gestalten sich mit der Zeit einfinden.
Von den vielen schönen Bemerkungen, die gelegentlich
abfallen, seien hier nur einige wenige hervorgehoben. So die
Erklärung von Kerberos S. 49 ff. und von σαρκοφάγος S. 53, die
sehr überzeugt. Ansprechend ist die Aenderung (S. 24) ἀκτῖνος
für ἀκτῖνας bei Euripides Ion 1136, wodurch sowohl βολάς als
βίον gerettet wird; das schöne Bild von den Sonnenstrahlen, die
ihr Leben im Westen beenden, hätte man allerdings nie antasten
sollen. Treffend scheint mir auch die Erklärung des «Epicharmus»
von Ennius S. 132 als Beschreibung einer Hadesreise Epicharms
um sich von Pythagoras belehren zu lassen. Durch den Nach-
1 Das S. 230 erwähnte orphische Monument in Athen hat kaum
auf einem Grab gestanden. Es hat oben einen Klotz mit einem Loch;
wenn man an die altchristlichen sculpirten Leuchter denkt, könnte man
versucht sein eine solche Anwendung zu vermuthen. Uebrigens sehe ich
keinen Beweis für christliche Verwendung.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Project Runeberg, Tue Jun 16 16:02:49 2026
(www-data)
(download)
<< Previous
Next >>
https://runeberg.org/nordfilol/3r3/0192.html