- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Fjerde bind /
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(1874-1922)
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66 Holger Pedersen: Anm. af riren, wie haben sich Gesetzgebung und Verwaltung, Schule und Kirche der Sprache gegenüber verhalten, welches geistige Leben hat durch die Sprache seinen Ausdruck gefunden, in welchen Litteraturwerken liegt sie vor? Die innere Sprachgeschichte ist die Geschichte der Wörter, Formen und Konstruktionen der Sprache und zerfällt in Wörterbuch und Grammatik. Die äussere Geschichte der Sprache ist eine Aufgabe der allgemeinen Geschichte, der Kultur- und Litteraturgeschichte; aus einleuchtenden Gründen werden aber die wichtigsten hiehergehörigen Thatsachen gewöhnlich als Einleitung der Grammatik vorausgeschickt. -Wenn man aber mit Stolz äussere und innere Sprachgeschichte so definirt, dass man <die Erforschung des Binflusses, den die umgebenden Sprachen oder Dialekte auf Wortschatz und Grammatik ausgeübt haben», der äusseren Sprachgeschichte zuweist, bleibt die Grenze der’ beiden Gebiete unklar und die ganze Unterscheidung kann dann keinerlei praktischen Werth haben. — Stolz behandelt in der Binleitung zunächst die Stellung des Latein im Kreise der verwandten Sprachen. Von der Stammbaumtheorie behält Stolz die Eintheilung der japhetischen Sprachen in zwei Gruppen bei: asiatische Gruppe (Indisch und Iranisch) und europäische Gruppe (die übrigen Sprachen). Dies ist aber eine veraltete Auffassung; die enge Zusammengehörigkeit der beiden arischen Sprachen kann doch einfacher ausgedrückt werden als durch diese Zweitheilung. Eher hätte Stolz eine andere Zweitheilung erwähnen sollen: centum-Sprachen (Griechisch, Italisch, Keltisch, Germanisch) und satm-Sprachen (Baltisch-Slavisch, Albanesisch, Armenisch, Arisch); aber auch diese Zweitheilang darf’nicht für einen Stammbaum verwerthet werden. Die Schmidt’sche Wellentheorie wird von Stolz in sehr unglücklich gewählten Ausdrücken vorgeführt: die einzelnen Sprachzweige seien die Fortsetzer der bereits für die Ursprache vorauszusetzenden Dialekte. Die Periode, wo die heutigen Sprachgruppen schon als Dialektgruppen bestanden, kann man nicht passend als ursprachliche Periode bezeichnen. Von Dialekten der Ursprache vor der uns bekannten Sprachtrennung wissen wir noch _ nichts. Über das Verhältniss des Italischen zum Keltischen spricht Stolz keine eigene Ansicht aus, sondern verweist nur auf eine Abhandlung von Brugmann; somit bleiben die Leser über diesen wichtigen Punkt in Ungewissheit. Die «Mär von den Gräco-Italern» wird von Stolz äusserst energisch bekämpft; das heisst doch eigentlich offene Thüren einrennen; mit der Verwerfung der Stammbaumtheorie und mit der Hervorhebung der Nächst-Zusammengehörigkeit des Italischen mit dem Keltischen ist die gräco-italische Hypothese aus der Welt geschafft, und man braucht dann nicht mit Stolz die nicht abzuleugnenden speciellen Übereinstimmungen des Italischen mit dem Griechischen zu verschweigen; auch mit dem Germanischen werden vorhistorische Berührungen des Italischen anzuerkennen sein. — In den folgenden einleitenden Kapiteln

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