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a
'Hist. Gramm. d. lat. Sprache. I 1. 69
«bres-zi. Dazu gehören rum. brí brín mac. brănu. Die rum.
Formen gehen auf *brenu zurück, vgl. rum. fré frîn mac. frănu
= lat. frenum. Alb. *“breno- kann *breuno- sein; dann bietet
sich zur Vergleichung got. Øðrunjo.» Der berühmte Accentfehler
in lit. κι, von Hirt IF 1 30 begangen, von Streitberg IF I 272
wiederholt, von Joh. Schmidt KZ XXXII 401 korrigirt, von
Streitberg IF II 416 zurückgenommen, begegnet uns bei Stolz
S. 254 noch vollkommen lebenskräftig. — Das Buch wimmelt
von Fehlern; 5. 143 wird behauptet, japh. kurz zu sei im
Slavischen als y vertreten; S. 113 soll japh. kurz a im Baltischen
als o vertreten sein; S. 127 gr. εεπεῖν für εειπεῖν, S. 115 u.
5. 163 lat. nats fiir nates, S. 186 talum für talus, S. 128 v.
211 sõpor, S. 131 rūber u. s. w. Die nur auf etymologischem
Wege erschliessbare Länge des a in vastus (ahd. wuosti «öde»,
ir. fás «leer») wird S. 115 als gegebene Thatsache behandelt,
ebenso S. 117 das a von ascia und /ascivus, obgleich Stolz die
zu Grunde liegende Etymologie für ascia (aus *azcia Marx,
unrichtig) nicht anerkennt; auch in axilla wird die Länge des a
als gegeben hingestellt (S. 116 u. 117), sie beruht aber auf einem
Analogieschlusse nach dem überlieferten vēøxi/lum. — Durch das
ganze Buch herrscht die grösste Unordnung. Dazu gehört auch,
dass der Leser bei der Mehrzahl der «Belege» selbst errathen
muss, an welche Etymologie Stolz gedacht hat. Störende
Druckfehler sind stehen geblieben (S. 349 skr. asinvá-s «unschädlich»
statt «unersättlich», S. 131 rõbur für röbus u. 5. w.).
Widersprüche kommen in den verschiedenen Theilen des Buches oft vor.
— Die Darstellung ist durchweg unselbstständig ; bei umstrittenen
Fragen fehlt eine klare Stellungnahme, und das Papier wird nur
mit resultatlosem Hin- und Herreden gefüllt.
Als Quelle direkter Belehrung ist das Buch unbrauchbar.
Ich verweise diejenigen, welche sich über die zur Japhetistik
gehörigen Theile der lat. Grammatik unterrichten wollen, auf die
Darstellung bei Brugmann in seinem Grundriss der vergleichenden
Grammatik. Zu bedauern wäre es selbstverständlich, wenn das
völlige Misslingen der Stolz’schen Darstellung für den glücklichen
Fortgang des grossen Unternehmens, das mit diesem Bande
eingeleitet wird, hinderlich sein sollte; hoffentlich wird dies nicht
der Fall werden.
Den 10. April 1895.
Holger Pedersen.
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