Full resolution (JPEG)
- On this page / på denna sida
- Sidor ...
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread.
/ Denna sida har aldrig korrekturlästs.
A. B. Drachmann: Zu Crusius’ Herondas. 183
Zu Crusius’ Herondas.
Meine Anzeige der zweiten Ausgabe des Herondas von Crusius (in
dieser Zeitschrift III 151 ff.) hat den Herausgeber zu einer Entgegnung
im Philologus (LIV 384) veranlasst, die mir aus zufälligen Gründen erst
jetzt bekannt wird. Ës hätte mit guter litterarischer Sitte besser gestimmt,
wenn Herr Crusius in derselben Zeitschrift geantwortet hätte, in der er
angegriffen war, und er verdient in so fern keine Antwort an dieser Stelle.
Trotzdem mögen, um der Leser dieser Zeitschrift willen, folgende
Bemerkungen hier einen Platz finden:
Ich habe gesagt, dass man aus dem Apparate der Ausgabe nicht
ersehe, was von Herrn C. im Facsimile, was von Andern im Original
gelesen sei; und dass Lesungen nach dem Facsimile als kritische Grundlage
keinen Werth hätten.
Dem gegenüber citirt Herr C. erstens eine Stelle aus einem Briefe
Kenyons, woraus hervorgeht, dass das Facs. nur in «a few passages»
trügerisch erscheine, und dass Herr C. demgemäss «in nearly as good a
position for forming an opinion» als Kenyon selbst sei.
Herr C. ist also wohl mit dieser Erklärung zufrieden. Ich bin es auch.
Zweitens bemerkt Herr C. folgendes: «Für alle zweifelhaften und
überhaupt irgendwie schwierigen Stellen wurde ... das Zeugnis Kenyons
eingeholt; der Apparat gibt darüber die nöthigen Nachweise (s. z. B. I 82).
Ebenso sind die Lesungen von Blass und Diels genau verzeichnet.»
Wenn Herrn C.s Angaben über die Lesarten des Papyrus an «allen
zweifelhaften und irgendwie schwierigen Stellen» auf einer erneuten
Prüfung des Originals durch Kenyon beruhen — d. h. wenn seine Angaben
an allen derartigen Stellen das enthalten, was Kenyon im Original gelesen
hat, und, wo nicht das Gegenteil bemerkt ist, nur das —, dann habe
ich gegen die kritische Grundlage seiner Ausgabe nichts mehr einzuwenden.
Dafür muss ich aber betonen, dass aus der Ausgabe selbst kein Mensch
diesen Sachverhalt entnehmen könnte, weder aus der praef (ed. I) p. VI,
noch aus dem Apparate. Neue Lesungen von Kenyon werden überhaupt
selten erwähnt; ich habe nach einem zweiten Beispiel (ausser I 82)
vergebens gesucht. Mögen aber auch einige andere da sein: die durchgängige
Regel auch an schwierigen Stellen ist, dass neben Blass und Diels wo
sie vorhanden sind, nur eine Lesung geboten wird, von der man also
nicht weiss, ob und in wie weit sie aus dem Facsimile oder dem Original
stammt.
Die Worte meiner Anzeige: «man ersieht aus dem Apparate nicht,
was von Andern im Original und was von C. im Facsimile gelesen ist»,
bezogen sich übrigens zunächst nur auf den Anfang des Pornoboskos;
und ich wünsche, ich hätte diese specielle Beziehung genauer betont.
Hier hat nämlich Herr C., seiner sonstigen Gewohnheit entgegen, die
Lesungen von Blass nach dem Original nicht alle angeführt, sondern
teilweise in die praef. unter die misslungenen Ergänzungen verwiesen.
Ein solches Verfahren ist für die Grundsätze des Herausgebers, wie ich
sie auffassen musste, so charakteristisch, dass es nicht ungerügt
hingehen durfte.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Project Runeberg, Tue Jun 16 17:54:52 2026
(www-data)
(download)
<< Previous
Next >>
https://runeberg.org/nordfilol/3r5/0195.html