- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Sjette bind /
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(1874-1922)
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ἘΞ ΓΤ ΡΨ t Lucretius III, erkl. von Heinze. A95 Schüler mit dem Quellenmaterial ermöglicht. Dass die Interpretation eines Textes sich für den mündlichen Unterricht in akademischen Uebungen so vorzüglich eignet, wobei man in der freieren Form von Frage und Antwort gerade das unter den gegebenen Verhältnissen nöthige oder wünschenswerthe zur Sprache bringen kann, ist vielleicht mit daran Schuld, dass wir in der philologischen Litteratur so wenige wirklich gute Commentare hesitzen. Zwar an sogenannten Schulausgaben mit Commentar haben wir wahrhaftig keinen Mangel; aber wenn auch die meisten, namentlich der deutschen, über den Standpunkt der Schüler, wenigstens bei uns, weit hinausgehen und weit eher unsren Studenten in die Hände gegeben werden können, sind sie doch genöthigt schandenhalber auch auf den elementaren Standpunkt, dem sie dem Namen nach dienen wollen, gewisse Rücksichten zu nehmen. So entstehen jene unerfreulichen Zwitterwesen, die nach der alten Definition im Wasser sterben und in der Luft nicht leben können. Wenn man die guten alten Commentare aufschlägt (was man nicht versäumen soll), wie Manutius zu Cicero oder Lambinus zu Horaz, findet man darin neben Erklärungen der auch dem reiferen Verständniss schwierigen Stellen und Erläuterungen des sachlichen und historischen längere Erörterungen mit Belegstellen über sprachliche und antiquarische Gegenstände, wie sie damals, wo es noch keine Handbücher gab, ihre volle Berechtigung hatten. Aber manches der Art schleppt sich ohne Berechtigung auch heute noch in unsren Commentaren fort, wo die Sache besser mit einem Verweis auf ein Handbuch abzumachen wäre. Und andererseits nehmen, wo neues beigebracht wird, solche Erörterungen zuweilen einen so breiten Raum ein und lösen sich so sehr von dem vorliegenden Texte los, dass sie in eine besondere Abhandlung eher denn in einen Commentar gehören. Die mannigfache Belehrung, die diese Art bei Lobeck bringt, darf nicht darüber täuschen, dass es ein Abweg ist. Der Commentar soll ja nur ein Diener des Textes sein, der seinem Herrn die Schwierigkeiten aus dem Wege räumt und ihm verständnissvolle Aufnahme sichert. Aber ein vollkommener Diener, in jedem Sattel gerecht. Wenn wirklich die von den Jahrhunderten aufgehäuften Schwierigkeiten des Mitempfindens schwinden sollen, so dass der Commentar uns die Voraussetzungen beibringt, die den ursprünglichen Lesern yon Haus aus mitgegeben waren, müssen die beiden Hauptseiten, die sprachliche und die reale, gleichmässig berücksichtigt werden, und solcher Commentare giebt’s recht wenige. Das neue Unternehmen der Teubnerschen Buchhandlung, wovon das vorliegende Buch die zweite Probe ist, den grossen kritischen Ausgaben entsprechend eine Sammlung wissenschaftlicher Comr3en - tare den commentirten Schulausgaben zur Seite zu stellen, ist daher gewiss mit Freude zu begrüssen, besonders bei der jetzigen Richtung der Philologie, die dafür bürgt, dass allerlei Klein-

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