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Lucretius III, erkl. von Heinze. 97
das dritte Buch erinnern (Oeuvres XXXI S. 450 son troisième
chant est un chef d'oeuvre de raisonnement, et il faut avouer
que, quand notre illustre Polignac réfute ce troisième chant, il ne
la réfute qu'en cardinal; LVIII S. 202 je ne vous demande que
la lecture de cinquante pages de ce troisième livre; c'est le plus
beau préservatif contre les sottes idées du vulgaire, c'est le plus
ferme rempart contra la misérable superstition).
Der Text ist sehr conservativ gestaltet. Die leidigen
Versumstellungen, womit man auch den Lucretius heimgesucht hat,
indem man von falschen Vorstellungen von den antiken
Compositionsgesetzen ausging, doppelt falsch, wo es sich um eine
unvollendete Arbeit handelt, sind auf ganz wenige und
einleuchtende beschränkt. Andererseits muss hervorgehoben werden,
dass Versuche unhaltbares durch Interpretationskünste zu
vertheidigen, so viel ich sehe, nicht vorkommen. Von den
aufgenommenen Emendationen ist weitaus die Mehrzahl alt und
unzweifelhaft; eigene Vorschläge des Herausgebers stehen nur viermal im
Text, und ebenso oft sind sie mit einem «vielleicht» im Apparat
erwähnt und im Commentar begründet. Ansprechend sind yon
diesen Coniecturen v. 852 ut für et und v. 969 antehac für
ante haec. Zwei betreffen loci conclamati, die auch so nicht
geheilt sind; v. 493, wo für animam spumans in mit einigem
Zweifel animā spumas uí vorgeschlagen wird, ist, von dem
wenig passenden anıimā (aus der Seele) abgesehen, das distracta
(membra) per artus unverständlich — die Epilepsie zerreist doch
nicht den Körper Glied für Glied — und durch VI 797 nicht
vertheidigt; v. 658 ist utramque (partem) für utrumque besonders
deshalb unbefriedigend, weil v. 637, worauf es sich zurückbeziehen
soll — v. 642—56 sollen eine Binlage aus anderer Quelle sein,
und dergleichen hat Lucretius zuweilen gethan —, im allgemeinen
von utraque pars corporis, nicht serpentis, die Rede ist.
V. 337 scheint mir propterea für praeterea nicht gerade
nothwendig, v. 433 das genuntur Lambins dem feruntur (für geruntur)
vorzuziehen, da es doch nur auf die Entstehung der simulacra
ankommt, nicht auf das Wie. Ganz unwahrscheinlich ist v. 194
constat für exsial; gerade in dieser Gegend kommt constare 80
oft vor, dass die umgekehrte Verwechslung weit glaublicher wäre,
und es ist nicht einzusehen, wesshalb Lucretius den kleinen Schritt
von maioribus esse elementis zu levibus corporibus exstare nicht
hat thun dürfen, besonders da der Ablativ auch sonst bekanntlich
Stoff bezeichnen kann; der umgekehrte Uebergang findet bei
constare statt v. 167 corporea natura constare (von, nicht aus).
Die Coniectur v. 5358 mala re für manare scheint mir schon an
und für sich verfehlt; und wenn die Itali hier manet res bieten,
was der Herausg. ohne Grund beanstandet (res und persona
bilden einen ebenso guten Gegensatz als das gewöhnliche res —
species), hat das denn nicht als Ueberlieferung zu gelten? Ueber-
Nord. tidsskr. f. filol. 3die række. VI. 7
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Project Runeberg, Wed Jun 17 00:22:07 2026
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