- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Sjette bind /
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(1874-1922)
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98 J. L. Heiberg: Anm. af haupt hat man sich bei Lucretius noch nicht dazu entschlossen die alte Handschrift Poggios ernstlich aus den italienischen Abschriften wiederherzustellen; es wird eine mühsame Arbeit sein, muss aber gethan werden, ehe man die Ueberlieferung als vollständig festgelegt betrachten kann. Der Hg. will nach S. V die italienische Ueberlieferung, wo sie in sich übereinstimmt, mit C bezeichnen, und das geschieht denn auch zu v. 266, 375, 657, 747, 851, 941?, 994. An den übrigen Stellen, wo eine offenbar richtige Lesart den «Italis» zugeschrieben wird, soll man wohl also an Coniectur eines unbekannten (vor Marullus, Pontanus usw.) glauben, auch z. B. v. 458 f/atısci für faetis A B. Ohne Zweifel steckt in diesen vorzüglichen Lesarten der Itali viel mehr Ueberlieferung, als mån gewöhnlich annimmt; wie viel, lässt sich allerdings nach den vorliegenden Collationen nicht sagen. Mit der Misachtung der Itali hängt es zusammen, dass ihre richtigen Lesarten, wenn sie mit zweiter Hand auch in A B stehen, im Apparat nur mit den Siglen A? B? erscheinen (s. S. VI). Die übrigen Entscheidungen des Hg.’s in kritischen Dingen sind meist zu billigen. Sehr beachtungswerth ist der Versuch suadet v. 84 zu halten durch starke Interpunction nach v. 82. Spicarumque v. 198 hält der Hg. trotz Brieger für corrupt; sonderbar und wenig glücklich gewählt ist es ja, aber unmöglich finde ich es nicht. Die gegen mens recipit v. 239 erhobenen Bedenken sind wenig begründet (vgl. Cicero de off. III 119; Seneca epp. 82, 17; Quintil. X 7, 31) Der folgende Vers, den der Hg. ebenfalls mit einem Kreuz versieht, scheint mir von Winkelmann evident verbessert: quaecumque elementa voluta(n)t. V. 362, der gewöhnlich als corrupt gilt, wird mit Polle richtig erklärt und dadurch gegen jede Aenderung geschützt. Dem eigentlichen Commentar geht eine vortreffliche Einleitung voraus S. 33—46, worin die Psychologie Epikurs und das Verhältniss des Lucretius zu unsern sonstigen Quellen für diesen Theil des Systems kurz und klar dargelegt werden. Die verkehrten Versuche die beiden parallelen Eintheilungen der Seele (die Zweitheilung in animus und anima und die Viertheilung v. 231 ff.) irgendwie mit einander zu vereinigen werden S. 41 mit Zeller und Giussani zurückgewiesen, ausführlicher S. 78 ff., wo aus der unvermittelten Nebeneinanderstellung sehr ansprechend auf eine andere Vorlage für 231—322 geschlossen wird. Der Commentar ist ausführlich und, was das sachliche betrifft, erschöpfend ohne Weitschweifigkeit; überall wird, dem Programm gemäss, den Intentionen des Dichters genau und oft scharfsinnig nachgegangen ohne überscharfsinnige Subtilität. Ich greife als Beispiele ein paar Bemerkungen heraus, die entweder neues bieten oder anderen Erklärungen gegenüber das richtige treffen. Die auffallende Hervorhebung der Todesfurcht als Ursache der Begierden v. 63 ff. wird aufgehellt durch Anführung von Porphyrios

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