- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Sjette bind /
102

(1874-1922)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Sidor ...

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

102 A. B. Drachmann: Anm. af Schwierigkeit nicht genügend berücksichtigt ist, die Πέλοπος înπεία 504 gehört. Denn durch die Annahme, dass Sophokles einer Version gefolgt sei, wonach Oinomaos auf Lesbos zu Hause ist, verwickelt man sich nur in neue Schwierigkeiten. Auch die Erklärung von 743 f. (Sturz des Orestes vom Wagen) wird der bedenklichen Stelle nicht gerecht. Doch das sind Ausnahmen; im Ganzen ist auch diese Seite der Aufgabe befriedigend gelöst. Gesunde Grundsätze der Kritik und Erklärung; grosse Energie in der Durchführung derselben; vollständige Beherrschung der Sprache und des gelehrten Apparats — das sind Vorzüge, die dem Kaibelschen Commentar einen hohen und eigenartigen Werth verleihen. Daneben sind freilich auch Schwächen vorhanden, die bei der hervorgeschobenen Stellung der Arbeit stärker betont werden müssen als vielleicht sonst nöthig wäre. Über die «ärgerliche Umständlichkeit der Paraphrase» klagt K. selbst in der Vorrede. Es fragt sich aber, ob diese Paraphrase überall nothwendig war. Gewiss ist es gut, dass der Erklärer überall sich selbst nach dem Sinn genau fragt; aber es ist wol nicht nothwendig, dass er uns überall die Antwort gibt. Wo der Sinn einfach ist, wo das unmittelbare Verständnis den ganzen Inhalt der Stelle erschöpft. da schweigt der Erklärer besser: auch sein Schweigen kann beredt sein. Von dem Vorwurf, überflüssige Erklärungen zu geben, kann Kaibel nicht überall freigesprochen werden. Aber freilich kommt es häufiger vor, dass er Erklärungen gibt, die an sich nicht überflüssig sind, dennoch aber besser fortblieben, weil sie einen andern als den einfachen und natürlichen Sinn in die Stelle hineinlegen Bei dem steten Fragen nach Zusammenhang und Absicht ist ihm mitunter passirt, einen künstlichen Zusammenhang zu konstruiren und Absicht da zu finden wo keine ist. Um hiervon Beispiele zu geben, greife ich der Kürze halber eine Scene heraus, deren Erklärung tftreilich bei Kaibel zu den am wenigsten gelungenen gehört. Es ist der grosse Wortstreit zwischen Elektra und Klytaimestra 516—609. Gleich im Anfang soll die durch den Traum verursacate Erregung der KI. ausgedrückt sein: «ihre Worte sind voll von Furcht, Aerger, Empfindlichkeit»; «man merkt ihr die Freude an, dass sie Bl. gleich an der” Thüre findet»; u. s.w. Ich gestehe, ich merke von alle dem nichts. Kaibel muss es aber merken; denn sonst kann er die Scene nicht psychologisch motiviren; und psychologisch motivirt muss alles sein. Die Mo- 1 Ein anderes Beispiel von dieser Manier ist zu charakteristisch um nicht angeführt zu werden. Bei der Frage, wie sich Sophokles zu der seit Aeschylus feststehenden Fortsetzung der Sage verhalten hat, verweist Kaibel auf Vs. 1424, wo Orest sagt: τάν δόμοισι μὲν καλῶς, Ἀπόλλων si καλῶς ἐϑέσπισεν. <Das ist der nagende Gewissenszweifel, und hätte er das zum μέν gehörige ἐγὼ δέ (sic!) ausgeführt ..., er würde nicht anders

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Wed Jun 17 00:22:07 2026 (www-data) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/nordfilol/3r6/0114.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free