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J. L. Heiberg: Anm. af Beiträge, C. Wachsmuth überreicht. 23
Philologisch-historische Beiträge Curt Wachsmuth zum sechzigsten
Geburtstag überreicht. Leipzig 1897, Teubner. VI -+ 218 8s.
Es war gewiss ein schöner Gedanke, als zum ersten Mal
dankbare Schüler sich zusammenthaten um bei feierlicher
Gelegenheit einem hervorragenden Universitätslehrer zu huldigen durch
eine Sammlung ihrer Arbeiten, die zugleich der Welt zeigen
konnte, was der Lehrer alles angeregt hatte. Aber der Gedanke
gehört nicht zu denen, die eine häufige Wiederholung vertragen.
Bin wirklicher Sinn ist doch nur darin, wenn es zum
Doctorjubiläum geschieht; es ist natürlich, dass Schüler den Anfang
der Lehrthätigkeit oder doch Lehrerwürde ihres Lehrers öffentlich
feiern; dass der Lehrer so und so viel Jahre alt geworden, geht
doch ihr Verhältniss zu ihm als seine Schüler nichts an. Dass
man den eigentlichen Sinn dieser Art der Verehrung vergessen
hat, ist der beste Beweis dafür, dass sie conventionell zu werden
anfängt. Wenn es aber erst Mode wird, die man mitmacht um
nicht zurückzubleiben, dann schlägt die Sache leicht in ihren
Gegensatz um. Sobald man über den ganz engen Kreis der
Gelehrten allerersten Ranges hinausgeht, die nach vielen Seiten hin
förderlich gewirkt haben, wird es immer schwieriger einen
anständigen Band mit wirklich bedeutenden Schülerarbeiten zu füllen,
und wenn das minderwerthige überwiegt, mag die dankbare
Gesinnung und der gute Wille noch immer ihren Werth behalten
für den gefeierten; dass aber solche Arbeiten als Ergebnisse
seiner Thätigkeit vor die Oeffentlichkeit treten, kann doch ihm
am aller wenigsten eine Freude sein. Am Ende könnte man ja
dies Sache der betheiligten bleiben lassen; aber es wird schliesslich
auch die wissenschaftliche Arbeit durch das Umsichgreifen dieser
Sitte belästigt. Der Inhalt einer solchen Sammlung ist
gewöhnlich so bunt, dass kein Philologe, wie weit sich auch seine
Interessen ausdehnen, alles lesen mag. Oft geht ihn nur eine
einzelne Abhandlung an, die übrigen sind ihm nur eine unnütze
Belastung seines Bücherbretts — und seines Budgets. Da selbst
die öffentlichen Bibliotheken, wenigstens bei uns, der steigenden
Fluth nicht folgen können, bleibt manches, was man kennen
möchte, einem unbekannt; die Masse der Gelegenheitschriften in
Deutschland ist für den Ausländer so wie so schwer genug zu
bewältigen. Es wäre wohl nicht unmöglich die Aufsätze einzeln
in Zeitschriften zu veröffentlichen — die meisten philologischen
Zeitschriften haben ja ungefähr dasselbe Format — und dann aus
den Druckbogen einen Band für den Jubilar zusammenzustellen.
Die Ehre und die Aufmerksamkeit bliebe dieselbe (und der
Jubilar köunte sich noch dazu eines Unicums freuen), und die
wissenschaftliche Arbeit würde es als eine Erleichterung empfinden.
Diese Bemerkungen, die selbstverständlich das vorliegende
Buch nicht mehr und nicht weniger treffen als viele andere der
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Project Runeberg, Wed Jun 17 01:13:50 2026
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