- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Ottende bind /
121

(1874-1922)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Sidor ...

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

J. L. Heiberg: Anm. af Norden, Die antike Kunstprosa. 121 inom hvilken detsamma helt visst skall tillvinna sig berättigad uppmärksamhet. Helsingfors d. 12. okt. 1899. T. E. Karsten. E. Norden, Die antike Kunstprosa vom VI, Jahrhundert v. Chr. bis in die Zeit der Renaissance. I—II. Leipzig 1898, Teubner. XVIII -- 969 55. 87°. Dieses voluminöse Werk liest man mit etwas gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite verdient die grossartige Anlage alles Lob; es ist in der That ein glücklicher Gedanke die litterarische Prosaform, wo der Einfluss der classischen Litteratur so nachhaltig und deutlich ist, im Zusammenhang zu behandeln ohne, wie ein unhistorischer Schematismus es noch immer manchmal mit sich bringt, einen dicken Strich zu machen an irgend einem Punkte, das willkürlich als Ende des Alterthums gilt, Geradezu staunenswerth ist ferner die Gelehrsamkeit des Verfassers, die freilich auf einem so ungeheuren Gebiete unmöglich überall erster Hand sein kann, und seine Belesenheit auch in entlegeneren Gegenden der Litteratur. Er verbreitet sich unterwegs über so viele interessante Vor- und Nebenfragen, dass Niemand ohne Belehrung und Anregung das Buch lesen wird. Aber auf der anderen Seite vermisst man öfters Klarheit und Schärfe der Auffassung, seine Urtheile treffen oft daneben, oder er hält das richtig erkannte nicht consequent fest. Dazu kommt, dass seine Schreibweise, nach meinem Gefühl wenigstens, ermüdend und zuweilen geschmacklos ist. Die Hauptthese des Buchs ist, dass der Binfluss des Gorgias, des Schöpfers der Kunstprosa, in ununterbrochener Linie bis in die Renaissance sich erstreckt. Das ist in dem Sinne richtig, dass Gorgias den Stein zum Rollen gebracht hat. Aber in dieser abstracten Allgemeinheit kann die These kein sonderliches Intèresse mehr beanspruchen; sie läuft eigentlich auf die Trivialität hinaus, dass die von Gorgias in System gebrachten Künsteleien und Redefiguren bei den Manieristen aller Zeiten eine Rolle spielen. Mehr hat der Verfasser von dem Asianismus nicht bewiesen. Das giebt er gewissermassen selbst zu S. 147, wo er von dem «halb bewussten halb unbewussten Fortleben der Ideen und Richtungen» spricht ohne sich darüber klar zu werden, dass dadurch seine Berechtigung den Asianismus aus der alten sophistischen

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Wed Jun 17 12:16:29 2026 (www-data) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/nordfilol/3r8/0131.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free