- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Ottende bind /
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(1874-1922)
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124 J. L. Heiberg: Anm. af Norden, Die antike Kunstprosa. behandelt; der Verf. beschränkt sich wesentlich auf eine kurze Darstellung des Streits der Ciceroniani und Anticiceroniani und auf den, übrigens interessanten, wenn auch nicht erschöpfenden, Nachweis, dass der Antithesenstil des Isokrates bei Guevara und John Lyly weiterlebt. Zwei Anhänge bringen reiches Material, I Ueber die Geschichte des Reims und II Zur Geschichte des rhythmischen Satzschlusses. Gegen Einzelheiten wäre manches zu sagen; aber kleinliches Nörgeln wäre dem gross angelegten Werke gegenüber doppelt unbillig. Dagegen will ich zum Schluss auf eine auffallende Lücke in der Darstellung der classicistischen Strömungen des Mittelalters aufmerksam machen. Während die mittelalterliche Litteratur Frankreichs ziemlich ausführlich behandelt wird (wie der Verf. auch in der französischen Renaissance sehr bewandert ist), tritt dagegen Italien ungebührlich zurück. Dadurch ist eine der merkwürdigsten classicistischen Strömungen des Mittelalters dem Verfasser entgangen, die deutlich und in gerader Linie von den Byzantinern Süditaliens bis auf die Hohenstaufen zu verfolgen ist (O. Hartwig Centralblatt f. Bibliothekswesen III S. 161 f.) und unterwegs einen Nebenarm von den italienischen Normannen zu ihren Stammesgenossen in England entsendet (s. meine Abhandlung Et mislykket Renaissancetilløb, Kbhvn. 1892). Hier erreicht die Richtung in Roger Bacon ihren Gipfel, und auch Johannes Sarisberiensis, den der Verf. S. 713 f. nur von Frankreich aus beeinflusst sein lässt, steht mit ihr in Verbindung. Aus Roger Bacon hätte der Verf. für seine Zwecke manches heranziehen können. Ich begnüge mich damit folgende charakteristische Stelle hervorzuheben. Opus tertium S. 304 (ed. Brewer), wo er in seiner ungestümen Weise auf die Kanzelredner seiner Zeit losfährt, heisst es: sed quia utrumque modum (Philosophie und Theologie) vulgus ignorat, ideo convertit se ad summam et infinitam curiositatem, scilicet per divisiones Porphyrianas et per consonantias ineptas verborum et clausularum et per concordantias vocales, in quibus est sola vanitas verbosa omni carens ornatu rhetorico et virtute persuadendi. quoddam enim phantasma est pueriliter effusum ei a pueris adinventum vacuis ab omni sapientia et eloquendi potestate, ut manifeste patet cuilibet intuenti, sicut in Secundo opere et hoc tertio opere de peccatis Theologiae declaravi. et tamen est ibi mazima temporis consumptio. nam propter curiositatis superfluitatem plus in decuplo laborant circa huiusmodi telam araneae consiruendam quam circa sententiam sermonis. Als Mittel dagegen wird das Studium von Aristoteles’ Rhetorik empfohlen. HEbenda S. 309 wird als Grund der kindischen Redekünste angegeben: quia praelati ut in pluribus non sunt multum instructi in theologia nec in praedicatione, dum sunt in studio, ideo, postquam sunt praelati, cum eis incumbit opus praedi-

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