- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift for filologi (og pædagogik) / Tredie række : Niende bind /
182

(1874-1922)
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182 O. Jespersen: Anm. af Dieter, Laut- und Formenlehre. Die verf. begnügen sich nicht damit das von anderen gefundene darzustellen; man merkt, dass selbständiges studium überall zu grunde liegt, und hie und da, namentlich in den anmerkungen, finden sich sehr beachtenswerte neue auffassungen, auch auseinandersetzungen mit früheren ansichten u. dgl.; ich verweise besonders auf s. 176 ff. (chronologie der lautverschiebung), s. 354 ff. (das germ. perfektum), namentlich 5. 365 — 370 (das schwache präteritum). Sehr oft, wenn in sprachgeschichtlichen werken von «betonung», «<silbenaccent», «musikalischem accent» usw, die rede wird, überkommt mich ein zweifel, ob das nicht alles eine kolossale täuschung ist. Hirt und andere sprechen mit imponierender zuversicht über tonverhältnisse vor ein paar tausend jahren; wenn sie aber ihre beobachtungen mitteilen über tonverhältnisse in ihrer eigenen oder anderen lebenden sprachen, die ich einigermassen selbst kontrollieren kann, dann kommen sie mir sofort viel weniger imponierend vor. Hat man hier nicht vielfach den unrichtigen weg vom unbekannten nach dem bekannten eingeschlagen statt zuerst die uns allein direkt zugängliche jetztzeit genau durchzuforschen? So ergreift mich immer eine gelinde skepsis, wenn ich, wie z. b. im vorliegenden werke, die modewörter «zweimorig» und <«dreimorig» lese, ebenso wenn das urgermanische Z, dem altnord. ahd. Ω, altengl. 2 entspricht, als «gestossene», das andere Z, das überall Z bleibt, als «geschleifte» länge aufgefasst wird. Die veranlassung zu diesem seufzer ist aber die folgende stelle, die sich s. 130 findet: «Bine wichtige eigentümlichkeit des hochdeutschen accentes der jetzt lebenden mundarten ist, dass im gewöhnlichen fluss der rede die betonte silbe um etwa eine terz tiefer als die auf sie folgenden unbetonten ist (frage- und befehlssatz zeigen besondere ahweichungen des tonfalls). Da die gleiche eigentümlichkeit sich auch in einem grossen teile der niederdeutschen mundarten (sowie im neunordischen) zeigt und sogar auf das französische übergegangen ist, so kann es wohl nicht bezweifelt werden, dass sie schon in der althochdeutschen zeit bestand». Hierzu ist — ganz abgesehen von dem vorkommen in deutschen mundarten, wovon ich z. b. bei Sievers nichts finde — zu bemerken, dass bei dem neunordischen doch wohl nur an den schwedischen «accent nr. 2» gedacht ist, der ja aber nur einen teil des wortvorrates ergreift und nur unter bestimmten bedingungen entsteht; ferner dass der tiefaccent nicht das französische in dem grade beherrscht wie es sich der verfasser denkt, und selbst wenn dies der fall wäre, würde die annahme eines causalnexus zwischen dem frz. und dem deutschen accent doch sehr zweifelhaft sein. Endlich meint Bethge, dass der tiefaccent expiratorisch weniger stark hervortritt als der hochaccent und dass dies der grund ist, warum <«das ahd. die vollen endsilbenvokale und den urgerm. vokalismus der stammsilben am längsten unverfälscht

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