- Project Runeberg -  Pedagogisk tidskrift / Femtionionde årgången. 1923 /
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(1903-1940)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Häfte 8 - Helmuth Duve. Die freie Schulgemeinde als Erziehungsideal

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HELMUTH DUVE

Tat stets bereit sein. Bei dem Entschluss, jenes Opfer zu
bringen, bedarf es gewiss reiflicher Erwägung, ob es
überhaupt gebracht werden kann und ob die gestellte Aufgabe
erhaben und aussichtsreich genug ist, dass es sich lohnt es
zu bringen. Dass nicht die Schlechtesten sich kühn dazu
bereit finden, beweist die ausgezeichnete Zusammensetzung
des Wickersdorfer Lehrerkollegiums, unter denen sich Männer
befunden haben und noch befinden, die neben hohen
Charakterqualitäten auch hervorragende Lehrer- und
Erziehereigenschaften besitzen und von denen einige (wie z, B. Wynecken,
Freyer und Halm) im Kulturleben unserer Nation wirklich
etwas bedeuten. Die Anstellung des Lehrers geschieht durch
die Schulgemeinde, d. h. durch den Leiter derselben, unter
Mitwirkung der Lehrer und Schüler.

Der Leiter repräsentiert die Anstalt geistig und führt
die laufenden Geschäfte. In der Schulgemeinde, die keine
Verwaltungsinstitution ist, verkörpert sich die geistige Haltung
der Erziehungsgemeinschaft: das Gewissen der Gesamtheit,
Zu ihr gehören ausser den eben Genannten auch einige
frühere Lehrer und Schüler, die durch das Vertrauen, das
man ihnen entgegenbringt, oder durch Verdienste, die sie
sich um die Gemeinde erworben haben, zu Mitgliedern
ernannt werden. Die Schulgemeinde ist auch keine
parlamentarische Einrichtung, die etwa eine nicht vorhandene Freiheit
vortäuschen, die Beziehungen unter ihren Mitgliedern
möglichst reibungslos gestalten oder gar durch Mehrheitsbeschlüsse
wichtige Dinge entscheiden möchte. Sondern sie ist der Ort,
wo man ehrlich um brennende Lebensfragen kämpft, die zur
Stellungnahme herausfordern. Deshalb auch sind ihre
Zusammenkünfte terminlos; denn man tritt nur zusammen, wenn es
gilt, entweder im Kampf um innere Forderungen die Kräfte
zu messen oder diese zur Abwehr zu sammeln gegen Mächte
von aussen her, die der Schulgemeinde etwa feindlich
entgegentreten.

An Stelle der Subordination des Schülers unter den Willen
des Lehrers tritt jene freiwillige Gefolgschaft zum Führer,

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