Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - VI. Deutero-Jesaja. Der leidende Gottesknecht - 5
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— 208 —
Drang des Menschen nach Weite und Tiefe und über
sich hinaus. Der Geist setzt unsere Kräfte in Bewegung,
peitscht sie auf, lenkt sie, treibt sie immer höheren
Zielen entgegen. Und der Geist beschützt und erhält
sich selbst: er verteidigt sich gegen feindliche Gewalten
mit seinen eigenen Waffen. Es bedarf nicht des Schwer-
tes und nicht der Festungen, um sich gegen eine Welt
von Feinden zu behaupten. Auch davon zeugt das Er-
leben Israels durch die Zeiten.
Israels Sonderplatz in der Welt ist der eines Dieners.
Wenn wir sagen: Der Herr hat Israel erkoren, meinen
wir nicht, daß Er es erhöht habe vor anderen, sondern
daß Er ihm eine Aufgabe gegeben zum besten der
anderen. ÄAuserwählt sein, bedeutet dienen, nicht aus-
gezeichnet sein. Um unseres Dienstes willen werden
wir zum Leben gerettet, nicht um unserer selbst willen.
Wir leiden auch um unseres Dienstes willen. Das
Leiden gehört zu allem schaffenden Leben wie die Ge-
burtswehen zum Gebären. Verstünden wir die Sprache
der Blumen und der Bäume, dann vernähmen wir ihren
Schmerzensschrei, wenn sie Blätter und Zweige gebären.
Unsere Leiden, das sind unsere Geburtswehen. Sie sind
Hammerschläge des Schöpfers, wenn Er durch uns
Seinen Himmel auf Erden pflanzt. Unser Leiden ist
nicht Strafe, sondern Segen; nicht Verminderung,
sondern Vermehrung; nicht Vernichtung, sondern
Wachsen, Blühen, Aufwärtssteigen. Das Leiden, alles
Leiden hat einen Sinn. Nur wer den Sinn des Leidens
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