- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
182

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das schwedische Volk - 3. Volkscharakter und soziale Verhältnisse. Von [G. Sundbärg] J. Asproth - Stände und Klassen. Von P. Fahlbeck

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des Gewerkschaftswesens zu einer Verschärfung des Gegensatzes zwischen
den Arbeitern und den übrigen Gesellschaftsklassen geführt. So schritt
man zum Klassenkampf und seinem äussersten Mittel, dem
Generalstreik, um Wünsche zu verwirklichen, die mit ihren Übertreibungen als
geradezu utopisch zu bezeichnen sind.

Das Klassenwesen beruht letztlich auf dem Unterschiede zwischen
Kopfarbeit und Handarbeit, zwischen der Leitung der Arbeit und ihrer
Ausführung, und kann deshalb von der Kultur nicht entbehrt werden.
Infolgedessen können auch die Ungleichheiten in Einkommen und Vermögen,
die sich notwendig aus jenen Unterschieden ergeben, nicht aufgehoben
werden, wenn auch die Entwicklung eine gleichmässigere Verteilung
herbeiführen kann und muss, als sie zur Zeit besteht. Die Hauptsache ist, dass
die Lage der Arbeiter verbessert wird — und das geschieht unaufhörlich
sowohl durch die erhöhten Erträgnisse der nationalen Arbeit als auch
durch die soziale Gesetzgebung —, da sich dann die wirtschaftlichen
Unterschiede von selbst verringern. Immerhin ist es in dieser Beziehung
in Schweden weit besser bestellt als in den grossen Kulturländern mit
ihrem Grossstadtproletariat auf der einen Seite und ihren
Milliardenvermögen auf der anderen.

Über die Verteilung des Vermögens und der Einkünfte in Schweden
wissen wir immer noch recht wenig, obwohl wir seit langem in der direkten
Besteuerung eine Quelle für derartige Kenntnisse besitzen und die
neue Einkommen- und Vermögenssteuer sowie der Deklarationszwang (seit
1910) neue Möglichkeiten zur Erlangung derselben eröffnet haben. Es
fehlt freilich nicht an Berechnungen über die Verteilung des Vermögens
und an Zusammenstellungen der Angaben der Steuerlisten über die
Einkommen. Doch geben diese, wenn auch zum Teil aus verschiedenen
Gründen, nur ungenügenden Aufschluss über die wirtschaftliche Grundlage für
den sozialen Bau des Gemeinwesens und selbst über die verschiedenen
wirtschaftlichen Verhältnisse.

Überhaupt ist die Kenntnis von der Verteilung des Vermögens in dieser
Beziehung nicht sehr lehrreich. Es gibt nämlich viele, die, obwohl sie kein
anderes Vermögen besitzen als Kleider und Haushaltseinrichtung zum
persönlichen Gebrauch, beträchtliche Einnahmen haben und demnach nicht
nur in guten Verhältnissen, sondern geradezu reich sind. Auch die
Zusammenziehung von Verbrauchsgegenständen und Produktionsmitteln in eine
und dieselbe Vermögensziffer macht, wenngleich aus statistischen
Gründen notwendig, diese Berechnungen für die Beleuchtung der
wirtschaftlichen Lage der verschiedenen Gesellschaftsschichten ungeeignet. Diese
ist nämlich, soweit es sich ums Vermögen handelt, weit mehr von dem als
wirtschaftliches Machtmittel wirksamen Produktivvermögen als vom
Verbrauchseigentum abhängig. Daher sind die blossen Angaben über die
Verteilung der Produktionsmittel für die Beurteilung der wirtschaftlichen
Grundlagen der Gesellschaftsklassen von grösserer Bedeutung als eine
Darstellung der Verteilung des gesamten Nationalvermögens ohne

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