Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Das schwedische Volk - 3. Volkscharakter und soziale Verhältnisse. Von [G. Sundbärg] J. Asproth - Sitten und Lebensweise. Von [G. Sundbärg und J. P. Velander] Einar J:son Thulin und V. Själander
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SITTEN UND LEBENSWEISE.
201
Die grosse Rolle, welche die Wohnungsverhältnisse für die Volksgesundheit
spielen, haben sowohl den Staat als Kommunen und Privatleute veranlasst, für
eine zweckmässige Regelung derselben besonders für die weniger bemittelten
Klassen zu sorgen. Eine Untersuchung über das, was in dieser Hinsicht in
Stockholm geschehen ist, hat neulich das Statistische Amt daselbst ausgeführt.
Die Untersuchung hat ergeben, dass nicht weniger als 46 000 Personen oder
13 % der städtischen Bevölkerung zu Ende des Jahres 1010 in Wohnungen
wohnte, für welche die Miete durch besondere Massnahmen nicht unbeträchtlich
billiger als bei anderen Wohnungen gemacht worden war. Infolge der
Unbestimmtheit des Begriffs »billige» Wohnung sind indessen die Angaben nur
ungefähre.
Die merkbare Erhöhung der Lebenshaltung, von der die Angaben im
Vorstehenden zeugen, hat sicherlich, im Verein mit einer rationelleren physischen
Erziehung in den Schulen, in hohem Grade zu den notorischen Fortschritten
bezüglich der physischen Entwicklung und der starken Abnahme der Sterblichkeit
beigetragen, über die an anderer Stelle näher berichtet worden ist.
Die Haushalte in Schweden waren noch bis weit ins 10. Jahrhundert hinein
sehr gross, in letzter Zeit aber hat sich ihre Grösse durchschnittlich vermindert,
da die Anzahl der Dienstboten eingeschränkt wird und die gewerblichen
Gehilfen nunmehr nur ausnahmsweise dem Haushalt des Arbeitgebers angehören.
So betrug die Anzahl weiblicher Dienstboten auf das Tausend Haushalte bei
den Volkszählungen 1870 und 1000 bezw. 105 und 113.
Über für die Schweden besonders charakteristische Sitten und Gebräuche
können hier nur einige zerstreute Andeutungen gegeben werden. Auch in dieser
Hinsicht hat die allgemeine internationale Nivellierung dazu beigetragen,
nationale Eigentümlichkeiten zu verwischen. Ebenso hat der gesteigerte Verkehr
zwischen verschiedenen Teilen des Landes viele provinzielle Besonderheiten zum
Verschwinden gebracht. Auch zwischen verschiedenen sozialen Klassen gleichen
sieh die Unterschiede in Sitten und Gebräuchen aus. Was die gebildeten Klas-
Alte Volkstrachten aus dem Härad Ingelstad in Schonen. (Nordisches Museum.)
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