Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Staatsverfassung und Verwaltung. Einl. von E. Hildebrand - 1. Staatsverfassung. Von E. Hildebrand
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
220
III. STAATSVERFASSUNG UND VERWALTUNG.
Ohne Zweifel gab es hier, ebenso wie bei anderen germanischen Stämmen,
nebeneinander mehrere selbständige kleine Reiche oder »Fylken», und die
Überlieferung berichtet, dass in ihnen das Königtum uralt war. Doch schon vor Beginn der
eigentlich geschichtlichen Zeit wurden jene kleinen Reiche unter dem
Uppsalaer-Ivönige vereinigt, der gleichzeitig einem weitberühmten Göttertempel vorstand.
Die Herrschaft des Uppsalaer-Königs bestand aber lange Zeit kaum mehr als dem
Namen nach; die Landschaften bewahrten eine grosse Selbständigkeit, als deren
Vertreter der Lagmann auftrat; sie hatten eigene Gesetze, erledigten ihre
Angelegenheiten selbständig auf den Tingen und fühlten sich einander gegenüber fremd.
In den einzelnen Landschaften gab es eigentlich nur zwei Gesellschaftsklassen, Freie
Staatsratssaal im Kgl. Schloss, Stockholm.
und Unfreie oder Knechte. Einen mit besonderen Rechten ausgestatteten Adel gab
es nicht, dagegen wohl eine Klasse mächtiger Häuptlinge oder Grossbauern.
Das älteste Königtum stellte ebenso wie in anderen germanischen Staatswesen
eine Mischung ron Erb- und Wahlkönigtum dar. Man nahm die Könige gern
aus ein und derselben Familie, konnte jedoch zwischen verschiedenen Mitgliedern
wählen oder auch zu einer anderen Familie übergehen.
Das Christentum konnte sich in Schweden nur langsam einführen und rief
im 11. Jahrhundert zwischen den schon zum Christentum bekehrten und den
noch heidnischen Landschaften Streitigkeiten hervor, die bald in Kämpfe um
das Recht, den König zu wählen, übergingen. Unter diesen Zwistigkeiten drohte
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>