- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
412

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 1. Volksunterricht. Von J. M. Ambrosius - Anstalten für Blinde. Von G. Åstrand - Schule für mit mehrfachen Gebrechen behaftete Blinde. Von Elisabeth Anrep-Nordin

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412 IV. DAS UNTER JUCHTS WESEN UND DIE GEISTIGE KULTUR.

Das Ziel des Unterrichts besteht u. a. darin, dem Blinden so viele praktische
Fertigkeiten beizubringen, dass er sich ganz oder teilweise mit seiner Arbeit
versorgen kann. Es dürften jedoch verhältnismässig nur wenige sein, die sich
vollständig selbst unterhalten können. Daher gewähren nun sowohl der Staat als
auch Privatpersonen »Hilfe zur Selbsthilfe». Der Direktion in Tomteboda sind
Schenkungsfonds zur Verwaltung übergeben, die Ende 1911 817 866 Kronen
betrugen, die gesparten Zinsen eingerechnet. Von den Zinsen aus diesen Fonds
werden u. a. die Kosten für die Ausstattung der abgehenden Schüler mit
Werkzeug und Arbeitsmaterial und für die Blindeninspektion bestritten, die der
Direktion und den unterstützenden Vereinen erwünschte Auskünfte über die Blinden
geben und diese selbst durch Anweisungen und Ratschläge unterstützen soll.
Ferner werden daraus Beiträge an die, in Stockholm und Kristinehamn
befindlichen Depots gewährt, die den Zweck haben, den blinden Handwerkern gutes
und billiges Material zu verschaffen, gewisse wertvollere Werkzeuge werden
eingekauft, die dann an Blinde verschenkt werden, Kaufläden werden unterstützt,
die deren Arbeiten verkaufen, endlich auch deraus die Kosten für ein Arbeitsheim
für blinde Frauen in Nynäshamn bestritten (12 Pensionäre, von denen ungefähr
die Hälfte die 100 Kr betragende Jahrespension durch ihre Arbeit bezahlen kann).

Auf vielen dieser ihrer Tätigkeitsfelder arbeitet die Direktion Hand in Hand
mit dem Blindenverein (De blindas förening). Dieser, der 1889 gegründet wurde,
geniesst seit 1911 eine jährliche Staatsunterstützung von 25 000 Kr. Sein Kapital
betrug am Jahresschluss 1912 ungefähr 460 000 Kronen. Der Verein unterhält
ein Materialdepot sowie Korbmacher- und Bürstenbinderwerkstätten und zwei
Kaufläden in Stockholm. Die Mitglieder erhalten in Krankheitsfällen aus der
Krankenkasse gegen 2 Kronen Jahresbeitrag eine Woehenunterstützung von 10
Kr, jedoch höchstens 60 Kronen im Jahr. Dank reichlichen Zuwendungen von
privater Seite — 1912 erreichten sie eine Höhe von etwa 40 000 Kr — kann
der Verein einer Menge alleinstehender Blinden Beiträge für Reparaturen, Möbel
und dergl. gewähren — eine Unterstützung, die jedoch im Laufe eines Jahres
für niemanden 300 Kronen zu übersteigen pflegt. Die Blindenleihbibliothek, die
etwa 5 000 Bände enthält, meist handgedruckte, gehört seit 1911 dem Verein,
der dieser sowie mehreren anderen seiner Einrichtungen in seinen beiden
Grundstücken in der Majorsgatan in Stockholm Platz gewährt.

Für dieselben Ziele arbeitet der Verein zum Besten der Blinden (Föreningen
för blindas väl), gegründet 1885, dessen Kapital Ende 1912 203 200 Kronen
betrug. Er gewährt oft älteren Blinden Unterstützung, die einen
Repetitionskursus in Kristinehamn durchzumachen wünschen. Eine Werkstatt in
Gotenburg wird durch einen besonderen Verein unterhalten.

Bejahrte und zur Arbeit untaugliche Blinde fallen oft der Armenpflege zur
Last. Für blinde Frauen gibt es jedoch ein Altersheim zu Norrbacka bei
Stockholm, in dem Ende 1912 21 blinde Frauen Pflege erhielten.

Das schwedische Blindenwesen ist in seinen Hauptzügen dem deutschen
ziemlich nahe verwandt, was teils auf geschichtlichen Gründen, teils auf den in
mancher Hinsicht gleichartigen Verhältnissen beruht, in denen die Blinden in
Deutschland und hier leben. Die Blindheitsfrequenz — nach der Volkszählung
von 1900 kamen auf 10 000 Einwohner 6’7 Blinde — ist jedoch niedriger als
sowohl in Deutschland wie in Finnland und Norwegen, wenn auch höher als in
Dänemark. Nach der Volkszählung von 1890 kamen in Schweden auf je 10 000
Einwohner 8’3 Blinde. Die bedeutende Verminderung dürfte auf der immer
gewöhnlicher werdenden Sitte, die Augen der Neugeborenen zu desinfizieren,
beruhen, wodurch eine der Hauptursachen der Blindheit — die Blennorrhoe —
bedeutend abgenommen hat.

Die Schule für mit mehrfachen Gebrechen behaftete Blinde. Auf

Ersuchen I. Maj. der Königin Sofia nahm Frau Elisabeth Anrep-Nordin im Jahre

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