- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 9. Die schöne Literatur. Von R. Steffen - 10. Die schönen Künste

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DIE SCHÖNEN KÜNSTE.

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zeichnet hat. Während einer Dichterlaufbahn, die nur wenige Jahre umfasste,
hat er die schwedische Lyrik in einem Masse bereichert wie vielleicht kein
anderer Dichter vor ihm. Seine virtuose Behandlung von Reim und Versmass
stellt ihn neben Bellman.

Unter Schwedens jetzigen Romanschriftstellern steht in erster Reihe Selma
Lagerlöf (geb. 1858). In ihren Romanen liegt etwas von der Einfachheit und Klarheit
des klassischen Heldengedichts. Ihre Phantasie ist unerschöpflich, ihre Auffassung
hochpoetisch und seelenvoll und ihre psychologische Intuition von einer in
Schwedens Literatur seltenen Stärke. Ihre Werke, worunter ihre Erstlingsarbeit »Gösta
Berlings saga», sind in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. Sie hat auch
den Nobelpreis für Literatur erhalten. Neben ihr sei eine Anzahl anderer jetzt
lebender Dichterinnen genannt: Ellen Key (geb. 1849), die durch ihre
Behandlung sozialer Fragen Aufsehen erregte; Helena Nyblom (geb. 1843, Dänin von
Geburt), die in ihrer Muttersprache Lyrik, auf schwedisch Skizzen und Märchen
veröffentlichte; Alfhild Agrell (geb. 1849), dramatische Dichterin; die
Romanschriftstellerinnen Anna Wahlenberg (geb. 1858), Mathilda Mailing (geb. 1864),
Sophie Elkan (geb. 1853), Hilma Angered-Strandberg (geb. 1855), Marika
Stjernstedt (geb. 1875) und Elin Wägner (geb. 1882).

Von bedeutenderen Dichtern der Gegenwart seien genannt: A. T. Gellerstedt ■
(geb. 1836), eigenartiger Miniaturdichter; K. A. Melin (geb. 1849), der die
Schären besungen hat; von Dichtern der »Schonischen Schule» nennen wir F.
Vetterlund (geb. 1865), V. Ekelund (geb. 1880) und A. Österling (geb. 1884):
Lyriker sind ferner D. Fallström (geb. 1858) und A. E. Karlfeldt (geb. 1864), der
mit warmem Empfinden und volkstümlichem Humor die Landschaft Dalarne
besungen hat; F. Hedberg (geb. 1828), Dramatiker gleich seinem Sohne T.
Hedberg (geb. 1861); P. Molin (1864—96), lebensvoller Schilderer der Natur und
der Bewohner von Norrland; Nachfolger des letzteren sind W. Hulphers (geb.
1871) und B. Berg (geb. 1885); P. Hallström (geb. 1866), bedeutender Erzähler,
besonders in skizzenhafter Form; Hj. Söderberg (geb. 1869), Novellist und
Feuilletonist; K. A. Forsslund (geb. 1872), Schilderer des Natur- und
Volkslebens; II. von Meisted (geb. 1875), Verfasser von Tendenzromanen, K. G.
Ossian-Nilsson (geb. 1875), Lyriker, Dramatiker und Romandichter; L. Nordström
(geb. 1882) und G. Jansson (1886—1913), Romandichter.

Schliesslich sei eine Gattung genannt, die eine Zeitlang sehr beliebt war: die
Dialektdichtung, die das Landvolk von seinem eigenen Standpunkt aus, mitunter
auch in seiner eigenen Sprache schildert. Von hierher gehörigen Dichtern sind
die bekanntesten F. A. Dahlgren (Pseudonym: Fredrek på Rannsätt, 1816—95)
und A. Bondeson (1854—1906). Auch Frödings Gedichte sind zum Teil im
Dialekt geschrieben.

10. DIE SCHÖNEN KÜNSTE.

Eine nationale Auffassung hat sieh in Schweden ziemlich
frühzeitig auf dem Gebiete der Baukunst wie auch auf dem des
Kunsthandwerks geltend gemacht, aber erst während des 18. Jahrhunderts begann
die Bildhauerkunst und in noch höherem Grade die Malerei sich von dem
übermächtigen ausländischen Einfluss freizumachen. Aus dieser Zeit
datiert also der Anfang der im eigentlichen Sinne schwedischen Kunst.

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