- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
601

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 11. Die wissenschaftliche Forschung - Sprachwissenschaft. Von O. v. Friesen

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

AGRIKULTURWISSENSCHAFT.

601

Sprachwissenschaft.

Die wissenschaftliche Sprachforschung in Schweden hat natürlich in erster
Linie den nordischen Sprachen gegolten, daneben aber hat Schweden auch
Orientalisten, vergleichende Sprachforscher, klassische Philologen und
Romanisten von Rang aufzuweisen.

Es war die glühende Liebe der anbrechenden Grossmachtszeit zu schwedischer
Geschichte und schwedischer Kultur, die im Verein mit dem Forschungstrieb der
Renaissance Schwedens Sprachwissenschaft ins Leben rief. Als Begründer
derselben wird der Polyhistor J. Bureus (1568—1652) angesehen, ein
hervorragender Runologe und Kenner der altschwedischen Sprache und Literatur. Durch
Beobachtungen über die schwedische Sprache seiner eigenen Zeit hat er eine
Grundlage für das Studium der neuschwedischen Grammatik geschaffen. Von
seinen Nachfolgern sind zu erwähnen der »Vater der schwedischen Dichtkunst»
G. Stiernhielm (1598—1672) und der eigentlich als klassischer Philologe
berühmte J. Schefferus (1621—79). Eine neue Anregung zum Studium der
Muttersprache wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gegeben, als im
Auftrage der Regierung eine beträchtliche Anzahl isländischer Handschriften
gesammelt wurde. Dieses Material wurde vorzugsweise von O. Verelius (1618
—82), der u. a. ein isländisches Wörterbuch schrieb, .7. Peringskiöld (1654—
1720) und J. Hadorph (1630—93) bearbeitet. Die Ergebnisse der
Untersuchungen Schwedens zahlreichen Runensteine durch die beiden letztgenannten Forscher
liegen in dem erst 1750 herausgegebenen Sammelwerke »Bautil, alle Svea och
Göta rikens runstenar» vor. Ein anderer hervorragender Runologe war .17.
Celsius (1621—79). Die »Pflege und Ausbildung» der lebenden Sprache lag diesen
älteren Forschern warm am Herzen, und wir besitzen aus ihrer Zeit mehrere
schwedische Grammatiken, orthographische Abhandlungen, wie von E. Aurivillius
(1643—1702), eine ausgezeichnete Arbeit, N. Tiällman (1652—1718) und J.
Svedberg (1653—1735). Am bemerkenswertesten ist vielleicht ein Entwurf zu
einer Sprachlehre des Titels »En svensk ordeskötsel», verfasst von S. Columbus
(1642—79). Hier werden Ansichten aufgestellt, die erst unsere Zeit ihrem
wahren Werte nach zu schätzen gewusst hat.

Ziemlich reich vertreten war bereits damals die orientalische
Sprachwissenschaft, für die während dieser Zeit der Grund durch Einführung einer grossen
Anzahl wertvoller Handschriften, besonders arabischer, gelegt wurde.
Bedeutende Sammler auf diesem Gebiete waren G. Peringer Lillieblad (1651—1710),
G. Sparfvenfeldt (1655—1727), auch bekannt als hervorragender Forscher
innerhalb der slavischen Sprachwissenschaft, .7. Palmroot (1659—1727) und M.
Ene-man (1676—1714).

Mit J. Ihre (1707—80) beginnt eine neue Periode der Sprachwissenschaft
in Schweden, gekennzeichnet durch geschärfte Kritik und Weite des Blicks. Ihre
ist vielleicht das grösste Genie der schwedischen Philologie. Er stellte die
Forschung auf einen breiteren Grund, indem er auch das Gotische und die
übrigen altgermanischen Sprachen beim Studium der nordischen zu Rate zog. Am
bekanntesten von seinen zahlreichen Werken ist das »Glossarium sviogothicum»,
das noch heute als etymologisches Wörterbuch einen angesehenen Platz
einnimmt. Auch die einheimischen Mundarten fanden Beachtung. Als
bedeutendster unter den Dialektologen ist S. Hof (1703—86) zu nennen, der u. a. eine
ausgezeichnete Arbeit über die västgötische Mundart schrieb. Unter den
Runo-logen ragt O. Celsius (1670—1756) hervor, als ein hinsichtlich gesunder
wissenschaftlicher Kritik und scharfer Beobachtung würdiger Zeitgenosse der Ihre
und Hof. Ein fleissiger und einflussreicher Grammatik- und
Wörterbuchverfasser war A. Sahlstedt (1716—76). Auf dem Übergange zur folgenden Periode
steht der Runenforscher .7. G. Liljegren (1789—1837).

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Mon Dec 11 19:14:07 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/schwed13/1/0625.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free