- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
613

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 11. Die wissenschaftliche Forschung - Archäologie, Numismatik, schwedische Ethnographie und Volkskunde. Von O. Almgren - Literaturgeschichte. Von F. Vetterlund

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LITERATURGESCHICHTE.

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Gebiet hat E. Hammarstedt (geb. 1861), Intendant am Nordischen Museum,
entwickelt. In der letzten Zeit hat das Sammeln volkskundlichen Materials
im Zusammenhang mit den systematischen Untersuchungen der schwedischen
Dialekte, die von Universitätslehrern und Studenten ins Werk gesetzt sind,
neuen Aufschwung genommen. Dozentenstellen für schwedische volkskundliche
Forschung sind in den letzten Jahren an den Universitäten in Uppsala und
Lund errichtet worden.

Literaturgeschichte.

Die Literaturgeschichte ist in Schweden wie in anderen Ländern eine
verhältnismässig junge Wissenschaft, und ihre Entwicklung hat in Schweden ungefähr
dieselben Stadien durchlaufen wie im Auslande.

Sie beginnt als eine philologisch-bibliographische Disziplin. Schwedens älteste
literaturhistorische Arbeit ist J. Schefferus’ (1621—79) für seine Zeit
vortreffliches Bücherverzeichnis, »Svecia Litterata» (1680), und diesem folgten eine
Menge anderer, teilweise jetzt noch handschriftlich vorliegender Bibliographien.
Während dieser ersten Zeit interessierte man sich fast ausschliesslich für die
Geschichte der Wissenschaften, und recht gewöhnlich war es, dass man die
Literatur einer einzelnen Stadt oder einer einzelnen Landschaft behandelte. Die
meisten dieser Arbeiten sind jedoch wirre Notizensammlungen, ohne jegliche
historische oder ästhetische Auffassung.

Unter dem Eindruck der französischen Elogen entstand im 18. Jahrhundert
eine neue Richtung, eingeleitet von 0. von Dalin (1708—63). Man verschmähte
jetzt die gelehrten Notizen und legte das Hauptgewicht auf ausdrucksvolle
Darstellung, gelangte aber nicht weiter als zu schwülstigen und inhaltslosen
Pane-gyriken.

Eine wissenschaftliche Form erhielt die Literaturgeschichte in Schweden wie
im Auslande erst mit der neuromantischen Schule. Die Neuromantiker hatten
sowohl eine grössere Belesenheit als auch weiteren Blick als die alten Akademiker,
und sie waren daher durchaus besser als diese geeignet, älteren Zeiten
Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Alle Wissenschaft aber stand am Anfang des
Jahrhunderts in Abhängigkeit von der Philosophie, und infolgedessen wurde die
Literaturgeschichte jetzt eine philosophische Wissenschaft, nachdem sie vorher eine
philologische gewesen war; die Geschichte der Literatur und Kunst wurde jetzt
nur als angewandte Ästhetik betrachtet. Diese Richtung wurde mit L.
Hammar-skiölds (1785—1827) bahnbrechender, obgleich jetzt veralteter, Arbeit »Svenska
vitterheten» (Schwedische Literatur, 1818) eingeleitet. Fortdauernd
wissenschaftliche Bedeutung besitzt dagegen P. D. A. Atterboms (1790—1855) ebenso
liebenswürdige wie geniale Arbeit »Svenska siare och skalder» (Schwedische Seher und
Sänger) (1841—55), eine chronologische Reihe schwedischer Dichterporträts,
gezeichnet mit einer psychologischen Feinheit und einer vornehmen Humanität,
welche an Sainte-Beuve erinnern. Zu dieser Richtung gehört teilweise noch
G. Ljunggren (1823—1905), aus dessen Feder wTir eine feine ästhetische
Untersuchung der Dichtung Bellmans besitzen; Ljunggren hat aber auch den Grund
zu einer breiteren und allseitig historischen Methode in einer Darstellung der
Geschichte des schwedischen Dramas bis 1665 und in einer ausführlichen und
gewissenhaften Schilderung der Geschichte der schwedischen Literatur von Gustavs
III. Tode bis in die 1820er Jahre hinein gelegt.

Damit bildete er den Übergang zu einer neuen Richtung, welche sich bei
einer Gruppe späterer Literarhistoriker geltend machte, teilweise infolge von
Eindrücken seitens Taines und Brandes’. Für diese ist die Literaturgeschichte nicht
mehr eine ästhetische oder philosophische, sondern eine historische Wissenschaft,
und die schwedische Literaturgeschichte wird von ihnen als die Geschichte der

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