- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - IV. Unterrichtswesen und geistige Kultur. Einl. von P. E. Lindström - 11. Die wissenschaftliche Forschung - Die medizinischen Wissenschaftszweige

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IV. DAS UNTERRICIITSAVESEN UND DIE GEISTIGE KULTUR.

errichtet worden sind, und die von wohlgeschulten und wissenschaftlich
interessierten Chirurgen geleitet werden.

Die geburtshülfliche Kunst datiert in Schweden ihre erste wissenschaftliche
Erhebung aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, besonders durch J. von Hoorn
(1662—1724). Eine besondere Professur für Obstetrik wurde am Collegium
Medicum 1761 errichtet: durch die energischen Anstrengungen des ersten
Inhabers derselben D. von Schulzenheim (1732—1823) kam 1775 die Allgemeine
Entbindungsanstalt zu stände. P. G. Cederschiöld (1782—1848) trug wirksam
zur Verbesserung der obstetrischen Ärztebildung wie auch des
Hebammenunterrichts bei.

Nach Einrichtung einer zweiten Entbindungsanstalt in Stockholm wurde der
hauptsächliche Hebammenunterricht dorthin verlegt und der obstetrische
Unterricht für Ärzte auf eine für seine Zeit mustergültige Weise von dem
vortrefflichen Lehrer, Professor A. Andersson (1822—02), geordnet. Bei seiner
Ernennung zum Professor wurde zum ersten Male in Schweden die Gynäkologie
mit dem Lehrfach Obstetrik kombiniert. Die Einführung der operativen
Gynäkologie geschah jedoch später, besonders durch S. Sköldberg (1838—-72) und
W. Netzel (geb. 1834). Als Professoren und Lehrer der Obstetrik und
Gynäkologie sind gegenwärtig tätig: am Karolinischen Institut M. Salin (geb. 1851),
F. Westermark (geb. 1853), Hj. Forssner (geb. 1873) und E. Ahlström (geb. 1877);
in Uppsala Professor C. D. Josephson (geb. 1858) und in Lund Professor G. E.
Essen-Möller (geb. 1870).

Der Unterricht von Hebammen wird nunmehr an besonderen Anstalten in
Stockholm, Gotenburg und Lund erteilt. Das Recht, instrumentale Geburtshülfe
auszuüben, wird den schwedischen Hebammen erst nach Absolvierung eines
besonderen Kursus und Examens erteilt.

Die Periode der wissenschaftlichen Augenheilkunde in Schweden kann von
K. Fr. Ribe (1708—64) datiert werden. Der Blüte, die die Ophthalmologie
während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufwies, folgte ein 50 Jahre
langer Verfall. Ihre Wiedergeburt kann von der Zeit an gerechnet werden, als
K. J. Rossander in Stockholm 1857 und M. K. Löwegren (geb. 1836) in Lund
1868 den systematischen Unterricht in diesem Fache wiederaufnahmen.

Noch bessere Bedingungen für das Studium der Ophthalmologie traten ein, als
dieses Fach gänzlich von der Chirurgie getrennt wurde und eigene Vertreter an
allen drei Unterrichtsanstalten erhielt.

In Stockholm wurde J. Widmark (1850—1000) 1801 der erste Professor der
Augenheilkunde und machte sich durch fleissige Forschungen, besonders über den
Einfluss des Lichtes auf das Auge, bekannt. In Uppsala wirkt A. Gullstrand (geb.
1862) seit 1894 und hat sich durch seine epochemachenden Untersuchungen über die
Brechungsgesetze der Augenmedien das Ansehen als einer der ersten
zeitgenössischen Ophthalmologen und Physiker erworben (Nobelpreis der Medizin 1911).
In Lund wurde A. Daten (geb. 1866) Löwegrens Nachfolger 1906, wurde aber
nach Widmarks Tode nach Stockholm berufen. Auch er, gleichwie sein
Nachfolger in Lund, G. Ahlström (geb. 1862), sind durch vortreffliche Arbeiten
bekannt. In Stockholm wirkt auch als hervorragender Spezialist E. Nordenson
(geb. 1847), der besonders der Netzhautablösung ein gründliches Studium
gewidmet hat.

Die Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten sind ganz kürzlich und bis
jetzt nur am Karolinischen Institut aus der Chirurgie als besonderes
Unterrichtsfach ausgeschieden worden. Die Reform wurde während eines 10-jährigen
Provisoriums vorbereitet, während dessen E. Stangenberg (geb. 1860) als Lehrer in
diesem Fache wirkte. Im Jahre 1912 wurde Schwedens erste Professur der
Otiatrik mit G. Holmgren (geb. 1875) besetzt, der seine Forschungen besonders
den Krankheiten des inneren Ohres zugewendet hat.

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