- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Erster Teil : Land und Volk /
818

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - V. Soziale Bewegungen - 4. Sonstige soziale Bewegungen - Fürsorge für Notleidende und Schutzlose. Von G. H. von Koch

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V. SOZIALE BEWEGUNG EN.

standekam, war das Kinderfürsorgebureau des Schwedischen Armenpflegebundes
in Stockholm schon mehrere Jahre lang in Tätigkeit gewesen. Dieses Bureau,
das nunmehr kommunale Unterstützung geniesst, versucht ein Zusammenwirken
zwischen sämtlichen zerstreuten Kinderfürsorgeunternehmungen herbeizuführen, es
verbreitet Aufklärung über die richtige Ausübung der Kinderfürsorge und wirkt
für eine Verhütung und strafrechtliche Verfolgung der Verwahrlosung von
Kindern. Die Tätigkeit des Bureaus hat einen grossen Umfang angenommen, und
ungefähr 1 500 Fälle sind Gegenstand der Behandlung gewesen.

Da es an einer für das ganze Land gemeinsamen beratenden und
kontrollierenden Behörde für Kinderfürsorge noch fehlt, ist mit staatlicher Unterstützung
eine Auskunftei für Kinderfürsorge durch den Schwedischen Armenpflegebund
zustande gekommen. Wie der Name angibt, ist diese Tätigkeit nur
beratender Art. Das Bedürfnis nach einer solchen ist daraus ersichtlich, dass sie
mehr und mehr bei der Organisierung verschiedener Arten von diesen
Wohlfahrtseinrichtungen in Anspruch genommen wird.

Bezeichnend für die moderne Kinderfürsorge ist, dass man in möglichstem
Masse den Eltern Gelegenheit zu verschaffen sucht, ihre Kinder selbst zu
pflegen und zu erziehen. Dies gilt auch für die ausser der Ehe geborenen Kinder.
Während diese früher von der Mutter getrennt und von Armendeputationen in
Obhut genommen oder in Waisenhäusern untergebracht wurden, sucht man nun
im Gegenteil das Band zwischen Mutter und Kind zu stärken, und hiervon
hat man gute Wirkungen für beide Teile beobachtet. Auf privatem Wege —
zuerst in Stockholm durch die Stiftung Småbarnshem — und später auf
Veranstaltung der Kommune (Stockholm, Gotenburg) sind sog. Säuglingsheime
(»småbarns»- oder »spädbarnshem») zustande gekommen, woselbst die Mütter ihre
Kinder während der Stillzeit selbst pflegen können. Etwa 15 derartige Heime
sind errichtet worden.

An die Tätigkeit der Kostkinderinspektion im Interesse der in Kost gegebenen
Kinder sei hier nur kurz erinnert.

Für Kinder, die im elterlichen Heime gepflegt werden, wird Hilfe in
verschiedenen Formen gewährt. So z. B. sind etwa 80 sog. Milchküchen
(»mjölkdroppar») eingerichtet, deren Zweck es ist, bei der künstlichen Aufziehung der
Kinder mit Milch LTnterstützung zu gewähren. Mehr und mehr entwickeln sich
diese Anstalten zu Auskunftsbureaus, nicht zum wenigsten zu dem Zwecke,
die Mütter zu einem natürlichen Aufziehen der Kinder anzuregen. Für
diejenigen Eltern, die infolge von Arbeit ausser dem Hause tagsüber ihre Kinder
nicht beaufsichtigen und pflegen können, finden sich Krippen (»krubbor»), in
denen die Kinder gegen eine unbedeutende Vergütung gepflegt werden. In der
Regel sind sie für Kinder von 2—6 Jahren bestimmt, in letzter Zeit aber
sind auch Säuglingskrippen, für Kinder unter 2 Jahren, an verschiedenen Orten
eingerichtet worden. Von der Aufgabe der Arbeitsstuben, Kinderschutzheime
u. a. Anstalten, die der Fürsorge für die älteren Kinder dienen, ist bereits oben
gesprochen worden, ebenso von Kinderpflegeschulen, deren Aufgabe es ist,
Kenntnisse in der zweckmässigen Pflege der Kinder zu vermitteln, sowie von
Kindergärten und Kinderbespeisung.

Für Kinder, deren Pflege aus verschiedenen Anlässen von dem Gemeinwesen
übernommen werden muss, stehen zwei Wege offen: Inkostgabe oder
Anstaltspflege. Die allgemeine Auffassung empfiehlt mehr und mehr den ersteren
Ausweg, obwohl unter strenger Kontrolle bezüglich der Nähr- und Pflegeeltern.
Stockholm hat so auf das Land zwischen 2 000 und 3 000 Kindern in Kost
gegeben, und ihre Pflege wird teils durch Vertreter an den verschiedenen Orten,
teils durch ßeiseinspektoren kontrolliert.

In den Fällen, wo Waisenhäuser noch als notwendig angesehen werden -—
z. B. für defekte Kinder oder in Gegenden, wo gute Kostheime nicht zu Gebote

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