Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Allgemeine Übersicht über Schwedens Gewerbe. Von P. Fahlbeck
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17 II. ALLGEMEINE ÜBERSICHT ÜBER SCHWEDENS GEWERBE.
einen der grössten Reichtümer Schwedens verborgen: die unermesslichen
Eisenerzfelder. Wie ein Gürtel erstrecken sich diese quer über den
mittleren Teil des Landes, die reinsten Erze der Welt in sich bergend. In
grösster Menge aber finden sie sich in Lappland, vor nicht langer Zeit
noch unzugänglich, jetzt aber, dank den inzwischen angelegten
Eisenbahnen, dem Weltmarkt eröffnet. Auch mancherlei andere Mineralschätze
ruhen in den schwedischen Bergen. So hat ganz natürlich der Bergbau
seit undenklichen Zeiten die bedeutendste Industrie des Landes gebildet.
Lange auch war Schweden in Europa der grösste Produzent in Eisen, bis
die Verwendung der Steinkohle für die Roheisenerzeugung dieser Industrie
andere Wege wies. Der Mangel an fossilem Brennmaterial bildete seitdem
das Haupthindernis für das Entstehen einer montanen Grossindustrie.
Jener Mangel ist auch der Grund, weshalb der Bergbau in Lappland zur
.Zeit nur eine Rohstoffproduktion ist. So ist die Erzgewinnung, die
übrigens auch auf den Erzfeldern Mittelschwedens betrieben wird, eines der
grössten Exportgewerbe Schwedens geworden. Gleichwohl zeigt die
bedeutende Entwicklung der Eisenwerke, Giessereien,
Maschinenbauanstalten u. a. in den letzten Jahren, dass sich auch auf diesem Gebiete der
Übergang zu einer Veredlungsindustrie im Grossen vorbereitet.
Der Mangel an Steinkohle -— von der sich nur geringe, für den Bedarf
des Landes nicht ausreichende Vorräte im nordwestlichen Schonen finden
— ist neben den grossen Entfernungen auch die Hauptursache dafür, dass
die Industrie in Schweden lange Zeit unbedeutend war. Seit einigen
Jahrzehnten ist hierin jedoch eine endgültige Änderung eingetreten. Eine
grosse Anzahl neuer Fabrikationszweige sind erstanden, und die alten
haben ihre Tätigkeit vervielfacht, so dass der Herstellungswert gewaltig
gestiegen ist und für 1911 auf ungefähr 1651 Millionen Kronen
angegeben wurde (Forstbetrieb, Bergwerksbetrieb und Molkereiwesen
ungerechnet), während sich die Zahl der von der Industrie lebenden Einwohner
seit 1870 fast verdreifacht hat. Die Grossindustrie hat also ihren Einzug
in Schweden gehalten und wird vielleicht dieses Land einmal zu einem der
Herde der Weltindustrie machen, trotz des Mangels an Kohlen, dank
aber dem Reichtum an einer anderen industriellen Kraftquelle der Natur:
den Wasserfallen. Die schwedischen Wasserfälle lassen sich im
allgemeinen nicht so leicht ausbauen wie die norwegischen. In dem Masse
aber, wie der ökonomische Aktionsradius der elektrischen Kraft sich
ausdehnt, wird man sie ganz sicher nicht nur für die Industrie, sondern auch
für den Bergbau und den Verkehr allgemein in Anspruch nehmen. Die
Zeit ist vielleicht nicht fern, wo die weissen Kohlen die schwarzen auf
diesen Gebieten zu einem guten Teil ersetzen werden. — Das Handwerk
wurde wie in anderen Ländern so auch in Schweden unter dem Vormarsch
der Industrie zuerst zurückgedrängt, um sich dann unter Anpassung an
die neuen Verhältnisse eine sichere Stellung neben jener zu erkämpfen.
Auch der alte Hausfleiss hat sich wieder erhoben und erfüllt in vielen
Gegenden im Haushalt der Landbevölkerung seine Aufgabe wie früher.
2—1.30177. Schweden. II.
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