- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 10. 1916 /
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Reize zu reagieren als O. tetraphylla. Es besteht also hier die
Möglichkeit, dass sehr schwache, für die Zellen noch unschädliche
Induktionsschläge schon ausreichen, um die erwünschte Reizbewe-
gung auszulösen.

VIII. Chemischer Reiz.

Coun hat den Versuch gemacht, einen Tropfen Schwefelsäure
auf ein Blättchen von O. acetosella zu bringen und hat dabei eine
Senkung bekommen, die sich unter Umständen später auf die Nach-
barblättchen ausdehnen konnte.

Bei meiner Wiederholung dieses Experimentes wurde der Tropfen
konz. Schwefelsäure so angebracht, dass das Ende des Mittelnerven
davon getroffen wurde. Es entstand eine bräunliche Zone von
totem Gewebe um den Tropfen herum, die sich nur sehr langsam
nach dem Gelenke zu verbreitete und dieses kaum an demselben
Tage erreichte. Eine Senkung des getroffenen Blättchens fand nach
sehr verschiedener Zeit, meist !/s—1 !/» Stunden, statt, erreichte die
volle Schlaflage und ging immer nach wechselnder Zeit etwas, meist
aber vollkommen, zurück. Die Senkung dehnte sich in den meisten
Fällen nach 2—4 Stunden auf die Nachbarblättchen aus, wurde
aber hier nie vollständig. Auch diese Bláttchen erhoben sich nach
längerer oder kürzerer Zeit wieder. Wir hätten also hier ein Bei-
spiel für eine Bewegung, die, trotzdem der Reiz augenscheinlich fort-
dauert, zurückgeht und die sogar auf die Nachbarblättchen fort-
gepflanzt werden kann. Worin der Reiz besteht, ist schwer zu
sagen. Er ist wohl kaum eine Leitung der Schwefelsáure selbst,
da diese, wie ich gesehen habe, schon in Konzentrationen von etwa
0,01 % die Zellen der Oxalis-Blättchen tötet. Eine grössere Möglich-
keit liegt darin, dass die konz. Schwefelsäure dem Gelenke Wasser
durch die Gefässe entzieht, wodurch ein Sinken des Turgors und
eine Senkung des Blättchens zustande kommen. Das Heben würde
dann eintreffen, wenn die Säure verdünnter geworden ist oder wenn
die Pflanze sich auf irgend eine Weise nach dem gestiegenen Be-
darf an Wasser gerichtet hat. Der Wasserverbrauch wäre ver-
gleichbar mit dem bei erhöhter Transpiration, wenn auch wahr-
scheinlich bedeutend grösser. Nach etwa einem Tage hat die Säure
die Gelenke erreicht, die Blättchen senken sich endgültig und fallen
schliesslich ab, weil das Gelenk zerstört worden ist.

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