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Schuppen auseinanderzubringen. Daher ist ein enges Zusammen-
falten der jungen Blätter sowohl in Schutzhinsicht wie im Hinblick
auf die mechanischen Anforderungen geboten.
Die Ausbreitung der Lamina in eine Ebene kann wohl als einen
nastischen Vorgang betrachtet werden und ist als solche z. B. mit
dem epinastischen Aufrollen eines jungen Farnwedels zu vergleichen.
Bei der Buche findet die Spreitenausbreitung auch im Dunkeln und
an dem Klinostat statt. In andern Fällen ist Beleuchtung un-
erlässlich. Die Keimblätter von Cucurbita und die Primärblätter von
jungen Phaseolus-Pflänzen sind nach DETMER photoepinastisch; sie
breiten sich im Dunkeln nichtaus’). Über den Einfluss der Schwer-
kraft auf denselben Prozess scheinen in der Literatur keine Anga-
ben vorzuliegen. Die Wirkung des Lichts kann selbstverständlich
auch indirekt sein, indem etiolierte Blätter im allgemeinen in der
Entwicklung gehemmt werden. Bei Acer sind die etiolierten Blät-
ter noch gefaltet. Wie man durch Verbesserung der Stoffzufuhr
zu den verdunkelten Blättern das Entfalten normal vor sich gehen
lassen kann, sei hier nicht erórtert?.
Die anfangs vorhandene geringfügige Hyponastie ist, wie beson-
ders betont werden soll, eine Eigenschaft der Blattspreite und
nicht des kurzen Stiels, welcher zu dieser Zeit sich indifferent ver-
hält. Bald ergreift aber das immer lebhafter werdende Wachstum
auch den Stiel, welcher dabei nicht geradlinig fortwächst, sondern
eine starke epinastische Krümmung erfährt. Dieses epinastiche
Wachstum des Stieles beginnt schon ehe die Blätter den Druck
der Knospenschuppen überwunden haben, doch ist es nicht hin-
reichend leistungsfähig, um ein Abwärtskrümmen der geöffneten,
jetzt tütenförmigen Knospe zu bewirken. Entfernt man jedoch die
Schuppen, so schlagen die befreiten Blätter sogleich in eine vertikal
abwärtsgerichtete Lage hinüber, welche sie dann fast während des
ganzen Wachstumsprozesses beibehalten und erst kurz vor der
Beendigung desselben verlassen. Unsere Fig. 1 gibt eire Vorstellung
von dem charakteristischen Aussehen, welches diese abwärtshängen-
den lichtgrünen Blätter dem Zweigwerk verleihen. Wir wollen
nunmehr den Einfluss des Lichtes und der Schwerkraft auf die
Epinastie des Blattstieles untersuchen.
Zwei Zweigen von der sekundären (unteren) Krone einer Buche,
* DETMER, Botan. Zeitung, 1882, 40, 787. Vgl. auch Vines, Annals of botany,
1889, 3, 415.
2 Vgl. Jost, Vorles. üb. Pflanzenphys. 1913, S. 412 und die hier zit. Literatur.
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