- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 10. 1916 /
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Stiele einzuhalten, sondern senken sich passiv in der in Fig. 13 A
dargestellten Weise. Dadurch überkreuzen sie sich, beschatten ein-
ander und das jängere Blatt (c); die genannte Aufwärtsbewegung
der Stiele a und b ist folglich sehr unvorteilhaft, denn wären sie
fortwährend nach unten gerichtet gewesen, so wäre eine viel bes-
sere Orientierung der Spreiten erzielt. Ist also die erwähnte Auf-
wärtsbewegung der Stiele teleologisch unverständlich, so lässt sie
sich anderseits ungezwungen aus den vorhergehenden Ergebnissen
erklären. Die phototropischen Bewegungen der Ahorn-Blätter gesche-
hen, wie wir gefunden haben, überhaupt so weit als möglich durch
Krümmung der Stielbasis. In diesem Falle wurden die Blätter am
Beginn des Versuchs durch einen auf die nach oben gekehrten
Unterseiten der Blätter schräg einfallenden Lichtbündel beleuchtet.
Die Stiele haben sofort mit Aufwärtsbewegung geantwortet. Diese
Bewegung hat in die besprochene Grenzlage aufgehört und hat
offenbar sehr wenig für die richtige Orientierung der Spreiten ausge-
richtet. Diese musste dann durch die oben erwähnten seitlichen Krüm-
mungen von Spitze und Basis des Stiels vollzogen werden. — Durch
spezielle phototropische Reizbarkeit des Stiels lassen sich seine Bewe-
gungen nicht erklären. Ich habe einen Versuch angestellt, um jene
zu ermitteln. Ein schmaler Lichtbündel wurde auf einen Stiel der
im Dunkelkasten stehenden Pflanze geworfen. Sogar nach mehr-
tägiger Einwirkung war aber keine Bewegung zu beobachten. Wurde
dagegen die Spreite in derselben Weise auch nur partiell beleuchtet,
trat bald eine Bewegung des Stiels ein. Bei den Acer-Blättern ge-
schieht also die Perzeption des Lichtreizes, nach diesem Versuch
zu urteilen, ausschliesslich durch die Spreite und die Reaktion aus-
schliesslich durch Bewegungen des Stiels, namentlich von seiner Basis;
es findet also eine Reizleitung auf beträchtliche Strecken statt.
Kehren wir zur Betrachtung unserer Pflanze in Fig. 13 zurück,
so ist ferner über die Bewegungen der Blätter c und d hinzuzufügen,
dass diese in ganz derselben Weise wie in dem oben S. 462 erwähnten
Versuch bei einseitiger Beleuchtung einer aufrecht stehenden Pflanze
reagieren. Am Blatt c hebt sich der Stiel in die Horizontallage und
die senkrecht aufsitzende Spreite gelangt hierbei ohne weiteres in
die gewünschte Lage. Am Blatt d senkt sich der Stiel soweit an
der Lichtseite, bis er fast in die Fortsetzung der Sprossachse zu
stehen kommt. Damit ist wahrscheinlich (vgl. oben) die anatomisch-
morphologische Krümmungsgrenze erreicht und die weitere Bewe-
gung wird durch die Stielspitze ausgeführt. Seitliche Krümmungen

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