- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 11. 1917 /
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bildet den Embryo ohne Befruchtung aus. Eine zytologische Unter-
_ suchung der apogamen Archieracien ist mir nicht bekannt.

ÖSTENFELD gebührt aber das Verdienst durch seine wichtigen,
sehr ausgedehnten Kastrierungs- und Bastardierungs-Versuche die
Bedingungen der Samenbildung in Hieracium klargelegt zu haben,
soweit nun dies durch Versuche ermittelt werden kann. Es geht
aus seinen Versuchen hervor, dass die Hieracium-Arten in bezug auf
die Embryobildung sich sehr verschieden verhalten können. Einige
wenige sind ausschliesslich sexuell, die grosse Mehrzahl der von
ihm untersuchten Spezies dagegen apogam; einige von diesen letz-
teren, wie H. excellens, zeigen Embryobildung sowohl nach wie ohne
vorausgegangener Befruchtung, d. h. sie können Bastarde bilden
und sich gleichzeitig apogam entwickeln. Ich (1907) habe nun zeigen
können, dass dies darauf beruht, dass in demselben Blütenköpfchen
einige Samenanlagen einen normalen, haploiden Embryosack aus-
bilden, während in anderen ein diploider, sog. aposporer Embryo-
sack aus einer somatischen Zelle der Chalaza oder Nuzellus-Epi-
dermis auswächst und den Embryo bildet.

Die Resultate meiner sehr umfangreichen Untersuchungen über
die Embryogenie dieser Gattung zeigen nun, dass die beiden Unter-
gattungen von Hieracium sich ganz verschieden in bezug auf die
Anlage und Entwicklung des Embryosackes verhalten. Sowohl in
Pilosella, wie in Archieracium kommen einige wenige sexuelle Arten
vor. H. auricula ist obligat sexuell, H. excellens und möglicherweise
auch MH. pilosella und H. aurantiacum sind fakultativ sexuell. Die
letztere Art bildet z. B. keimfähige Pollenzellen aus.

Unter den Archieracien sind u. a. H. umbellatum und virga-aurea
nach OSTENFELD obligat sexuell, und JuEL hat gezeigt, dass H.
umbellatum einen normalen Embryosack ausbildet. Meine Unter-
suchungen haben gegeben, dass nach der Chromosomenzahl und
Embryosackbildung zu schliessen auch einige andere dieser Unter-
gattung wahrscheinlich als sehr sexuell aufzufassen sind, nämlich
H. bifidum, staticifolium, iranssilvanicum und venosum. Die grosse
Mehrzahl der Arten ist indessen asexuell. Dabei zeigt sich die
interessante Tatsache, dass in Pilosella überall apospore Embryo-
bildung vorkommt, d. h. eine vegetative Zelle der Chalaza oder der
Nuzellus-Epidermis bildet sich zu Embryosack, also nicht direkt
zu Embryo, aus, während in allen von mir untersuchten Archiera-
cien niemals Aposporie gefunden werden konnte, dagegen eine Em-
roysackbildung nach dem Antennaria-apina-Schema; d. h. in der

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