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einen stimulierenden Einfluss haben, dagegen längeres Konstant-
bleiben des Druckes, gleichviel auf welchem Niveau, ein Abnehmen
der Blutungsenergie bewirken. Endlich soll die Wirkung einer
Druckänderung bei Pflanzen, die eine tägliche Periodizität in der
Blutungskurve besitzen, von der Tageszeit abhängig sein.
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Die Befunde CHAMBERLAINS scheinen also auf sehr komplizierte
Verháltnisse hinzudeuten, sind ja aber schon auf den ersten Blick
einander teilweise direkt widersprechend. Zur Kritik gegen Cnaw-
BERLAIN ist weiter von PFEFFER (I, S. 243, Fussnote) und Jost
(S. 6) bemerkt worden, er habe direkte Wirkungen und physiolo-
gische Reaktionen nicht auseinander gehalten. Auf die Anregung
vom Herrn Prof. Jost habe ich es unternommen, einige Versuche
zur Nachprüfung von CHAMBERLAINS Resultaten anzustellen. Dabei
galt es, wie Jost auseinandersetzt, (1. c.) zunächst zu entscheiden,
ob die auf schnelle Druckänderung eintretende Reaktion eine vitale
ist oder nicht. Von vornherein kónnte man den Verdacht haben,
es sei nur eine direkte, rein physikalische Wirkung, wie PFEFFER
es auch als selbstverständlich hinzustellen scheint. Denn was ge-
schieht z. B. bei einer plötzlichen Drucksteigerung? Der neue
Druck pflanzt sich in den Wasserbahnen der Pflanze fort, das
Wasser presst gegen die Wandungen stärker als zuvor. Diese
müssen sich also als elastische Häute ausdehnen. Dabei werden
wieder Formänderungen der Gewebezellen bewirkt, so dass das
Gleichgewicht zwischen den osmotisch gespannten Zellen und dem
umgebenden Wasser gestört wird. Gleichgewicht wird erst von
neuem erreicht sein, wenn die elastische Nachwirkung in den Zell-
wandungen vorüber ist, und nachdem die Zellen von neuem in
Druckgleichgewicht mit dem extrazellularen Wasser gekommen
sind, was eine ziemlich lange Zeit in Anspruch nehmen muss.
Man denke nur an bekannte Tatsachen aus der Plasmolysetechnik.
War es also von vornherein recht wahrscheinlich, dass eine rein
physikalische Wirkung vorlag, so war esimmerhin nötig, die Sache
experimentell zu prüfen. Ich habe dies in zweierlei Weise getan.
Ich habe die normale Reaktion einer blutenden Pflanze verglichen
mit derjenigen, einerseits eines Stengelstumpfes, andererseits einer
durch Kochen getöteten Pflanze.
Versuch 1. 13. V. 1916. Ein wurzelloser Stengelstumpf von
Coleus sp. wurde am unteren Ende mit Klebwachs verkittet und
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