- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 12. 1918 /
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wäre es aber gewiss ein sehr merkwürdiger Zufall, dass die Maxima
sich gerade an der »rechlen» Tageszeit einstellen. Man würde
statt dessen eine Abhängigkeit ihrer Lage von der Zeit des Ein-
quellens der Samen zu erwarten haben.

Gerade so verhält es sich bei der Schlaftätigkeit der Phaseolus-
Blätter und in meinen Versuchen über die Blutungsperiode. Im
letzten Fall wäre noch die Möglichkeit zu diskutieren, dass die
periodische Tätigkeit, die in der ja nur nach Dekapitieren zu
beobachtenden Blutungskurve zum Ausdruck kommt, selbst erst
nach der Dekapitalion einsetze, dass also die Blutungsperiodizität
sozusagen die Todeszuckungen der Pflanze darstelle. Dem aber
widerspricht der Umstand, dass Exserpr eine Tagesperiodizität
auch in der Wasseraufnahme durch die Wurzeln intakter Pflanzen
beobachtete; auch wäre im diskutierten Fall eine Korrelation
zwischen Dekapitalionszeit und Lage der Kulminationspunkte der
Blutungskurve zu erwarlen, wovon aber nichts zu bemerken ist.
Dagegen haben wir gesehen, dass die zeitliche Orientierung der
Blutungskurven von normalen und von Dauerlichtpflanzen in
hóchstem Masse gegenseilig korreliert erscheinen.

Die Tagesperiodizitàten, die uns in den Kernteilungen, in den
Schlafbewegungen der Phaseolus-Blätter und in der Blutungstätigkeit
entgegentreten, verhalten sich also prinzipiell verschieden hinsichtlich
der Tagesautonomik der Calendula-Blüten, dabei untereinander sehr
übereinstimmend, so dass es wahrscheinlich erscheint, dass sie eine
gemeinsame Erklärung finden werden.

Die nächstliegende Erklärung scheint zunächst die Annahme
einer Nachwirkung, die sich über die nächste Generation erstreckt,
oder die wenigstens die Ruheperiode der trockenen Samen zu über-
brücken imstande ist. In dieser Weise haben denn auch sowohl
Semon wie KARSTEN und STOPPEL (1912) ihre Befunde zu erklären
versucht; auch PFEFFER hat sich dieser Deutung angeschlossen.
Wenn wir zu dem Gleichnis mit der Uhr zurückkehren, so müsste
demnach nicht nur jede Pflanze, sondern jeder trockene Same eine
immerfort gehende, fein juslierte Uhr darstellen, die — in meinen
Versuchen — in einem halben Jahr höchstens um ein Paar Stunden
zurückgeblieben oder vorausgeeilt sein darf. Das Samenmaterial,
das ich zu meinen Versuchen verwendete, muss spätestens im Herbst
1916 geerntet sein, und die letzten Kurven von den Dauerlichtpflan-
zen stammen aus Ende Juni 1917. Die fast auf die Stunde genaue
Übereinstimmung der Mittelwerlkurven der normalen Pflanzen und

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