- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 12. 1918 /
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im Anfang, nicht innegehallen: dagegen könnte das Einfallen der
Kahlheitsperioden mit der Trockenzeit in Zusammenhang gesetzt
werden (Laubfällung im Juni—Juli anstatt November, Belaubung
im September anstalt April— Mai). Bei den Schlafbewegungen von
Phaseolus hat SroPPEL ihre ursprüngliche Annahme erblicher
Nachwirkung fallen lassen auf Grund von Versuchen mit javanischem
und amerikanischem Samenmaterial. Die Pflanzen aus dem ausser-
europäischen Samen ergaben nämlich zeitlich ebenso orientierte
Kurven wie die europäischen. Ganz streng beweisend ist freilich
dieser Versuch nicht, denn das javanische und amerikanische wie
das europäische Material stammt wohl vermutlich ursprünglich
aus einer gemeinsamen Heimat, und eine zähe Nachwirkung
durch Generationen wäre nur noch eine Stufe unwahrscheinlicher
wie die Nachwirkung über eine Generation. Die Erklärung einer
— absolut und nicht reaktionell — zeitlich fixierten Periodizität als
durch »wahre», mendelsche Vererbung bedingt würde dagegen von
physiologischen Gesichtspunkt aus ganz sinnlos erscheinen.

Noch wäre für den Fall der Blutungsperiodizilät die Möglichkeit
zu diskutieren, dass die beobachtete zeitliche Orientierung der Nor-
malpflanzenkurve nicht der hohen Bedeutung als Vergleichsmass
zukomme, die wir ihr bei unsren Überlegungen beigemessen haben.
Beim Bluten kann man ja nicht wie bei den Schlafbewegungen
durch direkte Beobachtung an vielen Pflanzen leicht und unzwei-
deutig enlscheiden, was »normal» ist. Erst das Experiment muss
das lehren. Zudem haben WiELEns und meine Versuche gezeigt,
dass beim Blulen ganz ungewöhnlich grosse und ökologisch ganz
unverstándliche individuelle Differenzen vorkommen. Im Extrem
können von zwei dicht beieinander gewachsenen Pflanzen die
Kurven direkt umgekehrt verlaufen. Unter diesen Umsländen ist
die Möglichkeit nicht ohne Weileres von der Hand zu weisen, dass
die Periodizität der normalen wie der Dauerlichtpflanzen eine wahre
Tagesautonomik nach dem Calendula-Schema wäre, und dass die
zeilichen Lagen der Blulungsmaxima und -Minima fürs ganze
Leben ganz zufällig durch den Zeitpunkt der ersten Einquellung
des Samens oder der ersten Beleuchtung des Keimlings bestimmt
würde. Meine Pflanzen, normale wie Dauerlichtpflanzen, stammten
ja alle aus demselben gleichzeilig ausgesäten Samenmaterial. Dann
würde durch Aussäen an verschiedenen Tageszeilen eine ent.
sprechende Verschiebung in der durchschnittlichen zeitlichen Orien-
tierung der Blutungskurven zu erzielen sein. Die Erklárung hat recht

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