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Petalen gänzlich abgehen, gibt es auch Pflanzen, welche nur
vereinzelte Kronblätter in entwickelter oder umgewandelter Form
besitzen. Neulich hat MunBEck (1. c. S. 30) einige solche Fälle
beschrieben. Übergangsbildungen zwischen Staubfäden und Kron-
blättern waren nicht selten, und ähnliche Beobachtungen sind, wie
bereits oben erwähnt, auch von Opiz und TRATTINNICK gemacht. —
Bei Armouiıst (l c. S. 82) lesen wir: »Ich habe auch Arten ge-
sehen, wo ganz junge Individuen alle Blumenblätter tragen, während
sie später dieselben völlig verloren. Auch habe ich viele Arten in
der Natur oder in Kulturen beobachtet, wo einzelne der vier Blätter
fehlten. Manchmal konnte ich vermuten, dass dieselben von klei-
nen Käfern aufgefressen waren.» — Dies Jahr traf ich auf sonst
unbewachsener Erde ringsum einen Sambucus-Strauch einen recht
dichten Haufen von Capsella-Individuen an, die allem Anschein
nach alle derselben Rasse angehörten. Bei allen untersuchten Exem-
plaren waren die Kronblätter betreffende Anomalien sehr häufig.
Oft fehlten in einer Blüte eins oder mehrere der Petalen; es konn-
ten sogar alle abwesend sein. Da sämtliche Exemplare Neigung
zeigten, sich unregelmässig auszubilden, ist es möglich, dass es sich
hier um eine genetisch bedingte Eigenschaft handelt. Zu bemerken
ist, dass der Standort sehr trocken und sonnig war, weshalb die
Anomalie vielleicht nur durch ungünstige äussere Verhältnisse zu-
standegekommen war. Hoffentlich werden Kulturversuche im kom-
menden Jahre dieses klarlegen.
Vor kurzem hat Murgeck (1918) eine sehr sonderbare, von HOLM-
BERG 1907 bei Norrköping eingesammelte Pflanze beschrieben.
Kronblätter sind nicht vorhanden, und das Andrözeum scheint stark
polyandrisch zu sein. Dies hängt von der Ausbildung kleiner, mehr
oder weniger entwickelter akzessorischer Blüten ab, die an der
Stelle der Sepalen sitzen. Die morphologische Deutung dieser Ver-
hältnisse betreffend weise ich auf MurgEcks Aufsatz hin. Leider
ist Samenaussaat nicht zustandegekommen.
Es wurde bereits erwähnt, dass Opiz, SCHLECHTENDAL, DE CAN-
DOLLE, JACQUIN und ÅLMQUIST gefunden, dass die Abkommenschaft
der dekandrischen apetala-Pflanzen ihren Eltern gleicht. Einige
Jahre hindurch wurden im hiesigen botanischen Garten unter dem
Namen Capsella apetala Opiz eine dekandrische Form kultiviert.
Ich habe diese Form drei Jahre hindurch gezüchtet und sie völlig
konstant gefunden. Nur ganz ausnahmsweise findet sich eine Blüte,
welche einzelne Kronblätter oder Übergangsbildungen zwischen
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