- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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diesen und Staubblättern entwickelt, aber solche teratologische
Sachen sind ja ohne Bedeutung. Am 15 Juli 1913 bemerkte ich
bei dem Pfarrhaus in Norberg (Västmanland) eine dicht von
lauter kronenlosen und dekandrischen Capsella-Pflanzen bewachsene
Fläche. Dass so viele ähnliche Individuen zusammen zu finden
waren, spricht ja für die Konstanz dieser wildwachsenden Form,
leider wurde aber kein Samen eingesammelt. Wie es schon Opiz
und TRATTINNICK hervorgehoben haben, kann man schon von fern
leicht unterscheiden, ob man die normale oder die apetale Form
vor sich hat. Der letztere schreibt (l. c. S. 437): »Die Abwesenheit
der Blumenblätter und das Hervortreten der Staubgefässe giebt
diesen Blüthen schon in der Ferne ein gelbgrünes Aussehen, durch
welches sie sich von den milchweissen Blüthen der Capsella Bursa
pastoris Vent. auf den ersten Blick sehr leicht unterscheidet».
Während meiner Capsella-Arbeiten habe ich dann und wann
beobachtet, dass Individuen, die vor kurzem aus dem Freien in
Töpfe eingepflanzt worden sind, bald Neigung zeigen, zuerst Blüten
zu entwickeln, wo die Kronblátter oder Staubfáden mangeln oder
nur in rudimentärer Form vorhanden sind. Auch sind rein apetale
weibliche Blüten nicht selten. Ähnliche Blüten zeigen auch alte
Topfexemplare mit reichlichem Fruchtansatz an ihren jüngsten
Trieben. Wenn diese weiblichen Blüten ihrem Schicksal überlassen
wurden, habe ich keine Fruchtentwicklung beobachten können.
Nach künstlicher Pollination bilden sich jedoch oft Früchte aus.
Ähnliche apetale ¢-Bliiten habe ich bei allen Capsella-Formen be-
merkt, mit welchen ich Kreuzungen ausgeführt habe — Capsella
grandiflora allein ausgenommen — also auch bei der früher
erwähnten dekandrischen Capsella-Form, die in Uppsala kultiviert
wurde. Apetale und weibliche Blüten bei Capsella Heegeri sind
auch von LOUBERT (1905, S. 199) beobachtet worden. »Gelegent-
lich», schreibt er, »habe ich derart atypische Blüten auch in den
Infloreszenzen der gewöhnlichen C. Bursa pastoris gefunden».
Diese Formen der Apetalie sind nur Modifikationen, aller Wahr-
scheinlichkeit nach durch schlechte Ernährungsverhältnisse hervorge-
rufen. Auch die Tatsache, dass alte, bald absterbende Individuen
mit reichlicher Fruchtbildung solche Blüten ausbilden können,
deutet darauf hin, dass die Nutrition eine grosse Rolle spielt. Be-
kanntlich hat MURBECK (1912) durch Hungerkulturen einen sehr
vereinfachten Blütenbau von Papaverazeen erzielt. Nach GOoEBEL
(1904, S. 771) will ich Folgendes anführen: »Bei Capsella bursa

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