- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 13. 1919 /
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sicherste Stülze für die Autonomie dieser Rhythmik liegt in dem un-
gleichzeitigen Verlauf der Perioden.

Nun muss man die Frage aufstellen: Sind die Perioden untereinander
gleich lang und demnach regelmässig? Dies zu entscheiden ist mit
unsrer heutigen Technik sicher unmöglich, und es fragt sich, ob es
überhaupt jemals gelingen wird. Hierfür würde eine direkte Be-
obachtung einer oder anderer Art erforderlich sein, aber mit der
Kenntnis von der grossen Empfindlichkeit der Kern- und Zelltei-
lungsreaklionen gegen äussere Einflüsse kann man schwerlich zu
hoffen wagen, dass eine derartige Untersuchung zum Ziel führen
würde. Überhaupt ist eine Untersuchung einer Periodizität wie
die in Rede stehende für Experimente äusserst schwer zugänglich,
und dies beruht gerade darauf, dass sie jeglicher Korrelationen zur
Aussenwelt entbehrt. Wo derartige Vereinigungsbande zwischen
einer Lebenserscheinung und der äusseren Umgebung vorhanden sind,
bilden sie immer den geeignetsten Angriffspunkt einer Untersuchung.

Da der in Rede stehende Zellteilungsrhythmus eines Zusammen-
hanges mit dem Wechsel von Tag und Nacht entbehrt, kann man
die Zeitdauer der Perioden nicht entscheiden. Von dieser weiss
man demnach nichts. Es ist daher ungewiss, ob die Bezeichnungen
»Periodizitàt», »Rhythmus» elc. hier die richtigen Ausdrücke sind,
da diese an die Zeit gebundene Erscheinungen bezeichnen. Aber
in Wirklichkeit dürfte es eine recht unbedeutende Rolle spielen,
ob der »Zellteilungsrhythmus» ruckweise mit längeren oder kür-
zeren Zeilintervallen verläuft, oder ob er der Zeit nach völlig regel-
mässig ist. Die grossen Variationen, welchen die Teilungsintensität
in diesem Fall unterliegt, zeigen ja, dass die Erscheinung von einer
speziellen und eigenarligen Natur ist, artverschieden von gelegent-
lichen Schwankungen und Fluktuationen, die ja immer durch die
Zufallskurve gekennzeichnet sind. In Ermangelung besserer Aus:
drücke, und da die Zeitlàngen der Perioden noch nicht bestimmt
sind, benutze ich daher die Bezeichnungen Rhythmus, Periode etc.

Es liesse sich ja recht wohl denken, dass die Perioden in der
Zellteilung, welche Kerrıcorr (1904), KARSTEN (1915 und 1918) und
andere Forscher in oberirdischen Organen gefunden haben, gerade
in einer derartigen autonomen, von der Aussenwelt her regulierten
Periodizität bestehen. Eine derarlige Hypothese für die Enstehung
der Periodizität an die Zeit gebundener Reaktionen ist oft dargelegt
worden u. a. von Prerrer (z B. 1915). Die Zahlen, die ich von
dem periodischen Verlauf der Teilungsintensität angeführt habe (S. 64),

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Project Runeberg, Sat Jun 15 08:59:32 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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