- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 16. 1922 /
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sehen, ein typisches Bild einer älteren Samenanlage bei den Plat-
anthera-Arten mit dem chalazalen Auswuchs und mit dem stark
verlängerten äusseren Integument, das das innere weit überragt.
Sehr ähnliche Bilder mit doppeltem Nuzellus, aber mit gemein-
samem sowohl innerem als auch äusserem Integument hat Pace
(1909) bei Calopogon abgebildet, und sie gibt an, dass diese Erschei-
nung hier gar nicht selten sei. Leider habe ich bei Platanthera
ebensowenig wie PacE bei Calopogon wegen Mangels an genügend
alten Stadien der weiteren Entwicklung dieser Doppelbildungen fol-
gen können.

Natürlich kann Polyembryonie auch dann entstehen, wenn sich
zufälligerweise, durch das seltene Vorkommen eines mehrzelligen,
fast immer nur zweizelligen Archespors, in ein und demselben
Nuzellus zwei Embryosäcke entwickelten, was bei Calopogon, Cy-
pripedium (PacE 1907) und einigen anderen Arten möglich zu sein
scheint. Mehr als zwei lebensfähige Embryosäcke in demselben
Nuzellus hat man meines Wissens noch nicht gefunden, und wenn
sich zwei Säcke ausbilden, entstammen sie wahrscheinlich immer
zwei verschiedenen Mutterzellen, denn zwei reife, aus derselben
Megasporentetrade entwickelte Embryosäcke hat man bisher nicht
bei den Orchidazeen nachweisen können.

Ein zufälliges Vorkommen mehrerer Embryonen in den Samen
der Orchideen scheint nicht allzu selten zu sein. So z. B. hat
schon Hormerster (1849) bei Orchis zwei Keime in einem Samen
gefunden, und Leavırr (1901) hat bei Goodyera tesselata und @
pubescens dann und wann zwei dicht aneinander liegende Embryo-
nen in demselben Samen gesehen, ebenso bei Aplectrum hiemale,
Corallorrhiza multiflora, Habenaria tridentata und H. blepharoglottis.
Diese zweikeimigen Samen scheinen mir zum grossen Teil durch die
Embryoentwicklung aus zwei Embryosäcken derselben Samenan-
lage verursacht sein zu können. Sicherlich hat jedoch die Polyem-
bryonie bei den Orchideen häufig ihren Grund in dem Vorkom-
men apomiktisch entstandener Embryonen. Leider sind bisjetzt
keine dieser Fälle näher untersucht worden, und wir wissen hier-
über überhaupt nicht viel. Leavrrr (1900 und 1901) hat jedoch
bei Spiranthes cernua mehrere interessante Tatsachen festgestellt.
Diese Art bildet in dem Samen ausser dem normalen sexuellen
Embryo bis sechs adventive Keime vegetativen Ursprungs und
kann selbst ohne Pollination typische Früchte und reichlich Samen
entwickeln. Auf diesem Gebiete bleiben noch viele Fragen zytologisch|

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Project Runeberg, Sat Jun 15 15:56:04 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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