- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 16. 1922 /
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Diese haben fast ein Digitalis-artiges Aussehen und weichen daher
schon habituell von allen anderen afrikanischen Lobelia-Arten der
Tylomium-Sektion ab. Die Blumenkrone ist schmal, lang röhren-
förmig mit dorsaler Längsspalte und schliesslich bis zur Mitte
freien Kronenblättern. Der Bau des Andrözeums ist einzigartig
innerhalb der Sektion, insofern die Staubbeutel an der Spitze völlig
"bartlos" und ausserdem weniger fest verbunden sind, so dass sie
sich oft an der Spitze von einander lösen und + weit nach unten
[rei werden. Die Samen (nur bei columnaris bekannt) sind klein
und länglich mit sehr schmalem einseitigem Flügelrand (vgl. Fig. 6 m).

Irgendwelche nähere phylogenetische Beziehung zwischen den
einzelnen oben unterschiedenen natürlichen Gruppen scheint kaum
zu bestehen. Der Deckenii-Gruppe steht jedoch vermutlich L.
Rhynchopetalum ziemlich nahe; ob aber diese Art einen Übergang
von der Deckenii-Gruppe zur Mildbraedii-Gruppe darstellt, ist nicht
ganz sicher. Möglicherweise kann auch Verwandtschaft zwischen
der Deckenii- und Telekii-Gruppe festgestellt werden; doch deuten
gewisse Gründe, vor allem die grosse Verschiedenheit der Samen,
darauf hin, dass die Verwandtschaft auf jeden Fall nur entfernt:
ist. Die Longisepala-Gruppe bietet grosses systematisches Interesse
dar. Sie enthält nämlich, wie schon erwähnt, eine Art L. longi-
sepala, die keine Bergpflanze ist, sondern im tropischen Regenwald
vorkommt. Da sich, wie man annehmen muss, die jetzigen afrika-
nischen Riesen-Lobelien während der Tertiär- und Quartärzeit aus
ihren Stammeltern im Tiefland entwickelt haben, nachdem die
vulkanischen Ausbrüche Bedingungen für die Entstehung mon-
taner und alpiner Arten geschaffen hatten, so liegt es nahe, in der
L. longisepala einen, wenn auch vielleicht in vieler Beziehung
veränderten, Abkómmling jener terliären Stammeltern der Berg-
arten zu erblicken. Es besteht also Grund zu der Annahme, dass
die Longisepala-Gruppe die ursprünglichste sämtlicher zentral- und
ostafrikanischen Gruppen ist. Die Urform aller Riesen-Lobelien
in diesen Teilen Afrikas muss eine stammförmige, verzweigte, nicht
oder wenig behaarte Lobelia mit sehr lichten Blütenständen, lang-
gestielten Blüten und grossen, dünnen, lichtgestellten Blättern
gewesen sein. Die dicken, in Rosetten stehenden Blätter der in
den Bergwäldern und der Regio alpina vorkommenden Arten,
ihre zusammengezogenen, dichten Blütenstände, die kurzen Blüten-
stiele sowie die stärkere Behaarung können ohne Schwierigkeit
als Anpassungen an die mehr xerophilen Verhältnisse der Berge
erklärt werden. Auch der unverzweigle Stamm, der für sämtliche

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