- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 2. 1908 /
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rer Dimensionen isl natürlich, dass eine Befruchtung nicht
statt-lindet. Dies muss aber von dem Zufall völlig abhängen, denn in
jüngeren Stadien sind beiderlei Sexualorgane in demselben
Individuum vorhanden; eine obligate Dioecie liegt bei keinem
untersuchten Farn vor.

Es muss doch wundernehmen, dass manche Gamophyten stets einer
Befruchtung entgehen können. Um die Frage zu entscheiden nahm
ich eine nähere Untersuchung eines alten Scolopendrium-Gamophyten
vor. Es zeigte sich, dass die zentralen Teile aus einem der
Konsistenz nach fast knorpeligen, mehrschichtigen (bis 12-) Gewebe
gebildet wurden, das auf der Unterseite von einer ungeheueren
Menge abgestorbener, bräunlich gefärbter Archegonien besetzt war.
In dem Masse aber als die peripheren Teile in die zentrale Partie
hineingezogen werden, kommen auf denselben stets neue
Archegonien hinzu, die auch bald absterben; die ganze Unterfläche
zeigt sich deshalb unter massiger Vergrösserung dicht
schwarz-punktiert. Ich vermutete zuerst, dass es sich möglicherweise
um abortierte, befruchtungsunfähige Archegonien handeln könnte,
wie sie ja bekanntlich bei alternden Gamophyten von
Asplenium septentrionale von Hofmeister beschrieben und
abgebildet wurden (i, p. 84, Taf. XVII, Fig. 24). Die Pflanze wurde
deshalb in Paraffin gebettet und an Mikrotomschnittenserien
studiert. Die Archegonien zeigten indessen niemals eine
unregelmässige Ausbildung sondern schienen alle völlig normal entwickelt.
Dementgegen machte ich eine nicht erwartete Entdeckung, es
konnte nämlich kein einziges Spermogonium aufgefunden werden.
Mit anderen Worten, die Pflanze war ausschliesslich weiblich
geworden.

Die eigentliche Ursache, wodurch das Auftreten von
Spermogo-nien verhindert wurde, isl indessen nicht einzusehen. Vielleicht
sind es solche ältere, »weibliche» Gamophyten, die Campbell
veranlasst haben, bei Struthiopteris germanica von einer streng
durchgeführten Dioecie zu sprechen (1, p. 26).

Die Tatsache selbst liefert jedoch, scheint es mir, eine sehr
plausible Erklärung über den stetigen vegetativen Zustand
derartiger alter Gamophyten, die man isoliert kultiviert. Es findet sich
für dieselben keine Möglichkeit mehr befruchtet zu werden,
vorausgesetzt, dass sie fortwährend unter denselben Bedingungen
gehalten werden. Ihre weibliche Qualität ist indessen nicht so
fixiert, dass eine Entwicklung von Spermogonien nicht weiter vor-

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