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Die Gamosomen verschmelzen nicht in diesem Stadium, wie
mehrere Forscher früher angenommen haben, sondern sie verteilen
ihre Substanz den Lininl’äden entlang, und erst wenn dieses
getan ist, d. h. wenn sie vollständig in das Gamomitenstadium
übergegangen sind, geschieht die Kopulation. Dass die Gamosomen
wirklich ihre Substanz längs den Lininfäden verteilen, ist sehr
wahrscheinlich, man könnte mit Strasburger sagen, dass sie zu
Gamo-miten »ausgesponnen» werden, obgleich dies nicht ganz zutreffend
ist. Ihre Verlängerung geschieht nämlich nicht kontinuierlich,
sondern es scheint, als ob sie in kleinere Massen zerteilt würden, die
sich dann gleichmässig über die Fäden verteilten.
Man sieht, dass die vorher sehr diffus gefärbten Fäden jetzt viel
stärker das Färbmittel aufnehmen, während sie zugleich ein wenig
dicker und die Gamosomen immer kleiner werden (vergl. z. B. die
Figg. 2, 3, 4 u. 7 mit 8, 9, 10, 11). Im allgemeinen sind die
Ga-momiten völlig glatt, nur in einzelnen Kernen habe ich sie gekörnelt
gesehen, Fig. 11 (vergl. Fig. 5). In solchen Fällen habe ich jedoch
keine regelmässige Paarigkeit der oppositen Körner bemerkt (Fig.
Ii). — Die Kerne der Compositen sind sehr chromatinarm. Dieses
merkt man schon an dem ruhenden Kern, Fig. 1, aber noch mehr an
solchen in der Synapsis, wo das Chromatin gleichmässiger in der
Kernhöhle verteilt ist. Aber diese Chromatinarmut gestattet es
auch hier, relativ leicht einen tieferen Einblick in das Kerninnere
zu tun.
So lange das Chromatin noch in der Gamosomenform bleibt, ist
der Dualismus in den Synapsiskernen nicht schwer wahrzunehmen.
Wenn sich dagegen die Gamosomensubstanz über die Lininfäden
verteilt hat, kann es manchmal mit Schwierigkeiten verbunden sein,
zu entscheiden, welche von ihnen zusammen ein Paar ausmachen.
In wohlgelungenen Präparaten ist jedoch diese Anordnung der
Ga-momiten zu zweien so augenfällig, dass sie nicht ignoriert werden
kann. Der Parallelismus macht sich nicht immer der ganzen Länge
nach an den Fäden entlang geltend. Nicht seilen laufen sie von
verschiedenen Seiten zusammen, um dann ein Stück neben einander
herzugehen. Der Punkt, wo sie sich am meisten nähern, ist dann
der, welcher von dem Gamosomenpaar besetzt ist oder war, welch
letzteres man an der stärkeren Chromatinansammlung sieht, Figg.
8, 10, 13.
Erst wenn die Gamomiten fertig entwickelt sind, beginnt in der
Regel ihre Verschmelzung und Kopulation zu zweien. Die Ver-
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