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Taf 3.
dass ihr Bildungsherd in der unmittelbaren Nähe des Kerns liegt.
Sie seheinen mir auch kaum als morphologische Einheiten von
derselben Art wie z. B. Chromosomen o. dgl. angesehen werden zu
können, vielmehr sind sie in Ermangelung ausgeprägter
Individualität beispielsweise mit Nukleolen zu vergleichen. Ihr Auftreten im
Plasma bei Delesseria sanguinea gerade zur Zeit der
Tetraden-teilung und die im Zusammenhang mit der Tetrasporenbildung
stehende starke Zunahme der ganzen Plasmamasse der Zellen — sie
sind später nach Abschluss der Tetradenteilung vollständig
verschwunden — scheint mir dafür zu sprechen, dass sie eine
ernährungsphysiologische Bolle spielen. Ich trete also Schillers
Auffassung von der Natur dieser Bildungen bei, die dahin formuliert
wird, »dass die Körner ein rasch zu Verfügung stehendes Baumaterial
darstellen» (vgl. Schiller, Beitr. z. Entwicklungsgesch. u.
Physiologie d. pflanzl. Zellkerns, S. 278). Nach Lewitsky, welchem nun
auch Strasburgeu (vergl. Lehrbuch, 11. Aullage, 1911) beistimmt,
sollen dagegen die Chromatophoren aus Chondriosomen hervorgehn,
was ich jedoch bei Delesseria nicht habe nachweisen können.
Ich kann dagegen nicht umhin darauf hinzuweisen, dass eine
gewisse Analogie zum Auftreten dieser Körper bei der Tetradenteilung
bei Delesseria mir in der Kerndegeneration vorzuliegen scheint, die,
wie ich nachgewiesen habe, bei der Delesseriaceengattung Martensia
zu demselben Zeitpunkt stattfindet (vgl. Svedelius, Über den Bau u.
die Entwicklung der Florideengattung Martensia, S. 52). Bei
Martensia sind es wirkliche, überzählige Zellkerne, die degenerieren
und aufgelöst werden und dabei Material für die starke Zunahme
des Plasmas zu dieser Zeit abgeben. Bei Delesseria ist es dagegen
eine chromatinähnliche Chromidialsubstanz, die eine ähnliche Bolle
zu spielen scheint.
Schon während der Diakinese kann man auch andere
Veränderungen in dem den Kern umgebenden Plasma beobachten, indem es
an zwei entgegengesetzten Punkten homogener und dichter erscheint
(siehe Fig. 12, 18 und 19 a, Taf. 2), während es ringsherum im
übrigen seine netzähnliche Struktur beibehält. Durch diese
Plasmaverdichtungen, die wohl kinoplasmatischer Natur sind, ist die
Richtung der künftigen heterotypischen Kernspindel bestimmt.
Die Diakinesen dürften, dem allgemeinen Vorkommen des
Stadiums in den Präparaten nach zu urteilen, von nicht allzu kurzer
Dauer sein. Bei der darauffolgenden Anordnung der Kernspindel
ist die Kernmembran aufgelöst und der Nukleolus verschwunden.
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