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In anatomischer Hinsicht zeigen die von Urophlyctis Lathyri
erzeugten Stengeldeformationen grosse Übereinstimmungen z. B.
mit U. Trifolii-GaUen am Blattstiel von Trifolium montanum. Das
parenchymatische Gewebe des Stengels hat durch den Beiz des
Pilzes eine abnorme Massenzunahme erfahren (Fig. 3). Sein
augenfälligster Bestandteil sind die zahlreichen Riesenzellen, in denen die
Dauersporangien lagern. Auch die Epidermiszellen weichen durch
ihre ausgebreitete Gestalt in auffallender Weise von den normalen
ab. Die histologische Differenzierung der Blattdeformationen bietet
ein ähnliches Bild dar. Die Gallenbildung besteht hauptsächlich
in hypertrophierten Mesophyllzellen, von denen einige —
diejenigen, die die Dauersporangien enthalten — auch hier durch ihre
Grösse sich von den übrigen unterscheiden. Zu bemerken ist
ferner, dass nur das Mesophyll der Oberseite des Blättchens
hypertrophisch ausgebildet wird; die untersten Reihen der
Mesophyllzellen im Blatt sind ganz normal. U. Trifolii bewirkt dagegen,
dass die Warzen der Blattspreiten von Trifolium montanum auf
beiden Blattseiten gewölbt werden.
Bekanntlich sind die Urophlyctis-Arten durch ihre eigenartigen
Dauersporangien gekennzeichnet. Auch bei der neuen U. Lathyri
besitzen sie das typische Aussehen; sie sind an einer Seite
halbkugelig gewölbt, an den anderen eingedruck -— BubÄk nennt treffend die
Urophlyctis-Sporangien rundlich kahnförmig — und von einer hellen,
braungelben Farbe. In ganz enormer Menge trifft man sie in den
alten Warzen angehäuft; in den später erzeugten Gallen, wo die
Wände der Riesenzellen noch nicht aufgelöst worden sind, können
bis 30 Dauersporangien in jeder Zelle sich finden. Die
Sporangien-grösse beträgt bei unserer Art höchstens 45 u, im Allgemeinen nur
c:a 40 fi. Sie erreichen somit niemals die erhebliche Grösse wie
die Sporangien von der mehrfach erwähnten U. Trifolii, deren
Durchmesser bis 55 n steigt.
Schwärmsporangien, wie sie z. B. bei Urophlyctis pulposa
vorkommen, habe ich nicht gesehen. Die sogenannte Kopulationszelle
habe ich in meinem Materiale auch nicht angetroffen; sicherlich
wegen der bereits weit hervorgerückten Entwicklung der
Dauersporangien.
Schliesslich verdient es vielleicht bemerkt zu werden, dass die
von U. Lathyri befallenen L. nion/anus-Individuen an einem der
Sonne ausgesetzten, sehr trockenen Abhang wuchsen. Sonst pflegen
ja die hiergehörenden Pilze vorzugsweise diejenigen von ihren
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