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6. DIE ENTWICKLUNG DER SPERMATIEN.
An den männlichen Zweigbüschelchen werden alle Astzellen
polysiphon ausgebildet, und die so gebildeten Sprosse tragen auf
ihrer Oberflàche die Spermatangien. Zwei, seltener drei, auf einander
folgende Sprossgenerationen kónnen Spermatangien tragen. — Bei
Rhodomela subfusca können nach ROSENVINGE (1903, S. 463) Sperma-
tangienstände sich auch auf den Trichoblasten entwickeln. Daran
finde ich nichts Merkwürdiges. »Sprosse» und »Blätter» unter-
scheiden sich ihrer Anlage nach bei
den Rhodomela-Arten nicht von einander.
Ob eine Astzelle sich zu einem »Spross»
oder zu einem »Blatt» entwickelt, ist
bei den Zhodomela:Arten nur von dem
Bedürfnis der Pflanze bedingt. Vgl.
näher ÖLTMANNS, 1904, S. 678.
Derjenige Spross, der dazu bestimmt
ist, Spermatangien zu tragen, wird in
gewöhnlicher Weise polysiphon. Man
findet eine Reihe Zentralzellen, die von
sex sekundären Perizentralzellen und
von im allgemeinen zwei Schichten
Rindenzellen umgeben sind. Die Zellen
der äussersten Rindenschicht strecken
sich in radialer Richtung, und stellen
die Spermatangienmutterzellen dar. Jede
Spermatangienmutterzelle schneidet nach Fig. 10. Die Entwicklung der
aussen zwei bis drei Spermatangien ab. Spermatangien schematisch dar-
Die Entwicklung eines spermatangien- gestellt,
tragenden Sprosses ist in Fig. 10 schematisch dargestellt worden.
Hinsichtlich der Ausbildung der Spermatangien möge auf die
Abbildungen Taf. 3, Fig. 13—18 hingewiesen werden. Die Sperma-
tangienmutterzelle streckt sich in radialer Richtung, ihr Kern teilt
sich in ähnlicher Weise wie bei anderen somatischen Kernteilungen
der Geschlechtspflanzen, wobei etwa 20 Chromosomen auftreten.
Von den neuen Kernen wandert der eine nach oben, der andere
nach unten und dann wird durch eine etwas schiefe Wand eine
obere, kleinere Zelle abgeschnitten; diese Zelle stellt ein Sperma
tangium dar (Taf. 3 Fig. 13).
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