- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 8. 1914 /
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fäden und Chromosomen hinzuweisen. Überhaupt scheint mir es
NEMEC etwas zu leicht mit den normalen Verhältnissen zu nehmen.

Überhaupt finde ich beim Studium meiner Präparate keine Be-
lege für eine »Reduktion» der Chromosomenzahl. Denn mit einer
Reduktion meint man wohl in weitestem Sinn gefasst die regulative
Herabsetzung einer hohen Chromosomenzahl auf eine niedrigere.
Dagegen kann ich natürlich nicht das Vorhandensein von Mitosen
mit abnormen (weder didiploiden noch diploiden) Zahlen leugnen.
Diese Mitosen werden aber durch die unvermeidlichen Störungen
bei dem Chloralisieren und bei der langen Nachwirkung verursacht,
ohne dass man irgend einen Grund hat, eine regulative Herab-
setzung der Chromosomenzahl zu vermuten.’) Wenn es berechtigt
ist, das Vorhandensein von regulativen Vorgängen in den chlorali-
sierien Wurzeln zu behaupten, so wären diese von einer ganz an-
deren und zwar von folgender Art.

22 Stunden nach dem Chloralisieren sind noch keine ganz nor-
malen Mitosen zu beobachten. In einem Schnitt wurden auf 27
ganz abnorme Teilungen nur 8 etwas normaler gestaltet beobachtet,
obwohl keine Spindelfigur vorhanden war. Fast alle diese Teilungs-
figuren dürften also zur Didiploidie führen. Die Spiremstadien waren,
wie vorher erwähnt, selten, auf9 Karyokinesen kamen nur 6 Spirem-
kerne vor. Man kann ruhig annehmen, dass nach 24 Stunden
ziemlich viel didiploide Kerne vorhanden sind. Doch werden keine
didiploiden Teilungsfiguren beobachtet.

Solche treten erst nach 48 Stunden auf. Jetzt sind die Nach-
wirkungen des Chloralisierens zum grossen Teil überwunden. Daher
kommen zahlreiche normale Mitosen vor. Diese sind aber fast
ausschliesslich diploid. Auf 20 diploide Mitosen kommen nur
höchstens 4 didiploide Mitosen vor.?) Die Zahl der Spiremkerne
ist jetzt ein bisschen hóher wie nach 24 Stunden. Ich zählte in
einem Blickfeld (wie immer gelten diese Zählungen dem Urmeristem)
8 Karyokinesen und 6 Spiremkerne.

Die geringe Zahl der didiploiden Kernteilungen ist auffallend, da
doch nach dem Vorhergehenden recht viele didiploide Kerne vor-

*) Was Nemec für Reduktionsfiguren hält, sind eigentlich nur unter dem Einfluss
der Nachwirkung des Giftes fortwährend stattfindende abnorme Mitosen.

?) Die Zahlen wurden nur ungefähr bestimmt. Deshalb könnten in den als nor-
mal bezeichneten Mitosen event. dergleichen mit einigen wenigen überzähligen
Chromosomen vorkommen. Übrigens schwankt ja auch in normalen Fällen die
Chromosomenzahl bei Vicia zwischen 10 und 14.

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