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Die Kompositen scheinen unter den Angiospermen diejenige
Familie zu sein, welche die meisten Variationen in der Embryosack-
entstehung aufzuweisen hat. Unter den embryologisch untersuchten
Vertretern dieser Familie findet sich jedoch keiner, dessen Entwick-
lung mit der von Anthemis tinctoria übereinstimmt. Wir haben
folglich mit dieser Pflanze noch einen neuen Typus unter die vielen
anderen einzureihen. Versuchen wir eine kurze Übersicht der
verschiedenen Arten der Embryosackentstehung bei den Compositae
zu geben, und berücksichtigen wir dabei nur die sexuellen, also die
mit Megasporen bezw. Megasporenkernen versehenen Formen, so
lassen sich folgende Typen aufstellen.
A. Die Embryosackmutterzelle bildet auf gewöhnliche Weise
vier Tetradenzellen:
1. Der Embryosack entsteht aus der chalazalen Megaspore, wird
gewöhnlich normal achtkernig. Zu dieser Gruppe gehören z. B.
die sexuellen Hieracium Auricula und H. venosum (ROSENBERG 13),
Antennaria dioica (JuEL 5), Taraxacum confertum (ROSENBERG 14)
niam.
2. Der Embryosack entsteht aus einer Megaspore, aber nicht aus
der chalazalen, und wird nicht immer achtkernig. Hierher gehóren
z. B. Senecio vulgaris (WınGE 18) mit einen achtkernigen Embryosack
aus der mikropylaren Megaspore; Solidago serotina (PALM 11) mit
in der Regel sechskernigem Embryosack aus der mikropylaren
Megaspore; Aster novae-angliae (PALM 11) mit sechskernigem Em-
bryosack aus einer der drei mikropylaren Megasporen. Alle drei
Arten mit persistierenden Megasporen in der Antipodenregion.
B. Wandbildung kommt nur nach der heterotypischen Teilung vor.
3. So verhält sich, aber nur ausnahmsweise, Tanacetum vulgare
nach Parm ( 2). In diesem Falle wird der Embryosack aus den
beiden mikropylaren Megasporen gebildet. In der Regel verhält
sich aber Tanacetum wie unten beschrieben wird.
C. Wände werden nach der Tetradenteilung nicht angelegt.
4. Der Embryosack entsteht aus der mikropylaren Megaspore,
wird achtkernig. Dies ist der oben besprochene Anthemis tinctoria-
Typus.
Svensk Botanisk Tidskrift 1915 13
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