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lung scheint jedoch der Pollenschlauch wegen der frühen Degene-
rierung seines Plasmas nicht unmittelbar zu sorgen.
Die ersten Teilungen des Endospermkerns verlaufen sehr schnell,
so dass mehrere Endospermkerne im Plasma des Sackes zu finden
sind, noch ehe die Eizelle sich geteilt hat (Fig. 2a). Die Wandbildung
im Endosperm fängt schon an, während das Embryo noch ziemlich
klein ist, und setzt zuerst in der nächsten Umgebung des letzteren
ein (Fig. 2c). Am Grunde des Embryosacks bildet das Endosperm
eine dickere Schicht von dichtem Plasma mit mehreren Kernen.
Diese Kerne unterscheiden sich von den übrigen durch ihre bedeu-
tendere Grösse, ihre oft unregelmässige Gestalt und reichliche An-
häufung des Chromatins. In diesem Teil des Endosperms war in
etwas späteren Stufen noch keine Wandbildung zwischen den Kernen
zu beobachten. Ob diese basale Endospermfüllung jemals von
Membranen aufgeteilt wird, ist es mir nicht gelungen festzustellen,
da noch ältere Stadien in meinem Material fehlten. Eine solche
Ausbildung des chalazalen Endosperms war sämtlichen von mir
untersuchten Onagraceen eigentümlich. Dieselbe Erscheinung ist
noch für eine andere Gattung der Familie, Oenothera (RENNER 1914)
beschrieben: »... die grösste Endospermmasse bildet sich in dem
engen Chalazaende des Embryosackes. Hier ist an Stelle des dünnen
Plasmabelages eine vollständige Plasmafüllung vorhanden, die zahl-
reiche Kerne einschliesst». Wir haben es in dieser verschiedenen
Gestaltung der oberen und der unteren Regionen eines von Anfang
an gleicharligen nuclearen Endosperms mit einer Erscheinung zu
tun, die für mehrere Pflanzen verschiedener Familien erwähnt ist,
z. B. Rosaceen, Mimosaceen, Papilionaceen, Polygonaceen und Urtici-
floren. In seiner Urticifloren-Abhandlung schreibt Mopir.Ewskr (1908)
den betreffenden hypertrophierten Kernen des basalen Endosperms
eine besondere haustorielle Funktion zu: »Die zarten Zellen des
Nucellus aber, welche dem Embryosack als Nährmaterial zur Ver-
fügung stehen, genügen nicht, und deshalb entstehen im antipodalen
Teile die haustoriell funktionierenden Endospermkerne. Solche
Endospermkerne wurden bei Urtica cannabina, Urlica urens, Urtica
pilulifera, bei Dorstenia contrayerva, Dorstenia drakeana und Humulus
japonicus beobachtet. Sie können wahrscheinlich nicht nur die
quantitative Vergrósserung der Nahrungszufuhr verursachen, sondern
haben auch eine qualitative Funktion, nämlich eine chemische Um-
wandlung der Stoffe, herbeizuführen und die letzteren in eine für
die Ernährung der oberen Endospermkerne und des Embryos mehr
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