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Die vorliegende Untersuchung bestätigt noch ferner diese Konstanz.
In der Tat habe ich in meinem Material nie einen Embryosack
gefunden, der nicht vierkernig gewesen wäre oder wenigstens aus
einem vierkernigen hergeleitet werden müsste (Mehrkernigkeit durch
Teilung des Polkerns oder der Zellen des Eiapparats oder auch
durch sekundäre Einverleibung einer oder mehrerer Megasporen-
kerne). Ich habe mithin keine Säcke beobachtet, die Übergangs-
formen zum gewöhnlichen achtkernigen Typus gehabt hätten, For-
men also, aus denen hervorginge, wie sich die Reduktion der
Kernanzahl des Sackes vollzogen hätte. Ephemere Antipodeninitialen
wie sie etwa bei der gleichfalls vierkernigen Helosis (CHopaT und
BERNARD 1900) und bei mehreren Podostemaceen-Gattungen (WENT
1910, MaGnus 1913) auftreten, sind meines Wissens in dieser Familie
auch von keinem anderen Onagraceen-Embryologen angegeben wor-
den.!) Es ist auch nicht notwendig anzunehmen, dass solche Über-
gangsformen je existiert hätten. Es wäre ja denkbar, dass die Vierker-
nigkeit plötzlich entstanden wäre, zu derselben Zeit, wo sich die
Polarität des Sackes änderte, so dass beide Kerne des zweikernigen
Embryosackes, statt sich zu trennen, an demselben Pol, dem mikro-
pylaren, blieben, wonach nur noch eine zweite Teilung ausreichte,
um die wichtigsten Elemente des Sackes, den Eiapparat und den
Polkern, zu bilden.
Die Onagraceen bilden ohne Zweifel eines der besten Beispiele
von der Anwendbarkeit embryologischer Merkmale im Dienste der
Systematik. Ein vierkerniger Embryosack ist, nach bisher erschiene-
nen Untersuchungsresultaten zu urteilen, ein ebenso gutes Charak-
teristicum der Vertreter dieser Familie wie jedes andere aus dem
übrigen Bau gewonnene Familienmerkmal.
Eine weitere Ausbildung des Gametophyten ist, obgleich in einer
ganz anderen, ja sogar entgegengesetzten Richtung als derjenigen,
welche sich in der Reduktion der Kernzahl des Embryosackes bis
auf vier herausstellt, in dieser Familie in einigen Fällen zu sehen.
Als eine solche mehr differenzierte Organisationsstufe des Gameto-
phyten werden nämlich die oben mehrmals erwähnten Fälle
zu betrachten sein, wo eine oder mehrere der unteren Tetraden-
zellen, die sonst verdrängt oder häufiger in völlig desorganisiertem
*) Coutrers und CHAMBERLAINS Angabe, die Onagraceen hätten frühzeitig ver-
schwindende Antipoden, die bei Oenothera in einer kleinen Tasche an der Embryo-
sackbasis lägen, dürfte, wie es Geerrs (1909 p. 81) wahrscheinlich macht, von einer
Verwechselung mit den Überbleibseln der drei unteren Megasporen herrühren.
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