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LEBENSNACHRICHTEN ÜBER LÜBECKER DRUCKER DES 15. JAHRH. 235
Johannes de Cardona. Der Druck dieses Blattes muss in den Anfang des
Jahres fallen, da eine Ausfertigung des Formulars handschriftlich vom 7. März
1481 datiert ist.1 In Lübeck war Johannes de Cardona bereits 1480 ’vor
Michaelis’ (Sept. 29) erschienen.2
3. Eine ’instante venerabili viro domino magistro Degenhardo
Hille-bolt, canonico et procuratore ecclesie Rigensis’, gegen den Landmeister von
Livland Bernd von der Borch erlassene Bulle des Papstes Sixtus IV. vom 19.
August 1479, die im Druck zusammen mit zwei weiteren päpstlichen Erlassen
erschienen ist, deren jüngster dem Dezember desselben Jahres angehört.3 Man
hat die Entstehung dieser Druckschrift bisher in den Beginn des Jahres 1480
gesetzt; sie wird jedoch erst aus dem April 1481 stammen, denn das spätestens
im März 1485 abgeschlossene Chronicon Sclavicum reiht die Ankunft des oben
genannten Prälaten in Lübeck zwischen zwei auf den 12. März und den 3.
Mai 1481 fallende Ereignisse ein;4 ferner gibt die auf denselben Verfasser
zurückzuführende Schlusspartie der Lübischen Ratschronik5 an, dass Mag.
Hillebolt auf seiner Reise von Rom nach Livland 1481 ’hart na deme passchen
(Apr. 22)’ zu Lübeck ’baenbreve’ gegen den Ordensmeister und dessen
Anhang an die Kirchtüren habe schlagen lassen.6
4. Ein von 1482 datiertes Ablassformular des Minoriten Heinrich
Kan-nengeter.7
5. Ein von B. Claussen kürzlich zu Rostock entdecktes Bruchstück einer
Brandanuslegende, die dem 1478 von Lucas Brandis gedruckten ältesten
Lübecker Passionael fast wörtlich nachgedruckt ist, und für deren Datierung
einen gewissen Hinweis bietet, dass sie nach Ausweis der Heftlöcher ehemals
mit einer Lübischen Druck von 1482 in denselben Einband vereinigt
gewesen ist.8
6. Das Diurnale veri ordinis Lubicensis, dessen Entstehung Lange in
das Jahr 1482 setzt, weil unter den im Texte angeführten Daten das Jahr
1481 (’sic actum fuit anno Ixxxi in majori ecclesia’) das jüngste ist.9
1 Facsimiliert bei H. O. Lange, Analecta bibliographica, Taf. I.
2 Chroniken der deutschen Städte, 31, S. 232.
8 Lange, Analecta, S. 5. 4 Chroniken, 31, S. 290. 5 Das. S. 249 f.
6 Es erscheint also nicht angängig, mit Lange (Analecta, S. 16) die Zeitfolge der
Snell-drucke von 1480—82 nach der Art der in ihren vorkommenden Interpungierung zu
bestimmen. Damit fällt auch die auf Grund dieser vermeintlichen Merkmale von B. Claussen auf
Ende 1481 oder Anfang 1482 angesetzte Datierung der von ihm mitgeteilten Bruchstücke der
Brandanuslegende.
7 Facsimiliert von Collijn in Aum. Sv. Boktr.-föreningens Meddelanden 1907 zu S. 308,
Zeitschr. des Ver. f. Lüb. Gesch., Bd. IX, Beil., Taf. X; Lange, Analecta, Taf. II.
8 B. Claussen, Van Sunte Brandanus, in: Jahrg. I (1914) dieser Zeitschrift, S. 33 ff.
9 Analecta, S. 10 f,
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