- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång X. 1923 /
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(1914-1935)
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DER ÄLTESTE MISSALDRUCK DES BARTHOLOMAEUS GHOTAN 83

Stelle hat auch das Magdeburgense eine Überschrift, die aber die geläufigere
Form: Incipiunt missae votivae hat. Es trägt aber ausserdem am Anfang
des Heiligenteiles ein zweites Incipit commune sanctorum, während die
Hauptabschnitte De tempore und de sanctis in beiden Missalien ohne Incipit
geblieben sind. Dass das Magdeburgense zwischen Commune und Proprium
de sanctis eine halbe Spalte frei lässt, ist allerdings eine Raumverschwendung,
die dem Bestreben nach Papierersparnis widerspricht. Das
Praemonstratense benügt sich in solchen Fällen mit 1 — 2 leeren Zeilen. Immerhin aber
begünstigt das verschwenderischere Verfahren die Übersichtlichkeit und
erweist sich damit als ein Fortschritt. In bezug auf den Raum für die
einzumalenden Initialen befolgte das Praemonstratense das Princip, dass im
Text nur 1 — 2 Zeilen, am Anfang der Abschnitte aber 7 Zeilen, im Kanon
sogar noch ein grosserer Raum frei gelassen worden ist. Im Magdeburgense
herrscht in dieser Beziehung eine weit grössere Mannigfaltigkeit. Im Text
finden sich Initial-Räume von 1, 2 und 3 Zeilen, am Beginn der Abschnitte
aber von 5 Zeilen bei dem Commune sanctorum und den Missae votivae,
von 6 bei den Sequentiae, von 8 am Anfang des Missales, während für das
Kanon-T nur 4 Zeilen der Kanontype ausgespart sind, und das Proprium
de sanctis nur für eine Textinitiale von 2 Zeilen Raum lässt. Erscheint
dieses Verhältnis einigermassen undurchsichtig, so spricht dagegen ein
anderer Umstand entschieden dafür, dass in der Tat das Magdeburgense von
1480 erst nach dem Praemonstratense gedruckt ist. In ersterem nämlich
hat sich der Drucker bereits vielfach in Verbindung mit der kleinen
Missaltype kleiner gedruckter Lombarden als Initialen bedient, während sie im
Praemonstratense noch ausschliesslich der handschriftlichen Ausführung
vorbehalten sind. Hätte der Drucker diese Initialen bei Herstellung des
Praemonstratense schon besessen, so ist nicht einzusehen, weshalb er von
denselben nicht hätte Gebrauch machen sollen. Dasselbe gilt von den
Kreuzzeichen im Kanon. Diese sind im Magdeburgense auf den
Typenkegel gegossen und wie Buchstaben in der Zeile eingesetzt. Verfügte schon
der Drucker des Praemonstratense über diese Type, so hätte er sich gewiss
nicht der wenig zweckmässigen und wenig eindrucksvollen kleinen
Kreuzstempel zwischen den Zeilen bedient. Jedem einzelnen dieser Umstände mag
man so wenig Bedeutung beimessen, wie man will, ihr vielfaches
Zusammentreffen wird man aber doch wohl als ausschlaggebend dafür ansehen, dass
das Missale Praemonstratense vor dem Magdeburgense von 1480 entstanden,
und demnach von dem Kalender für 1480 abgesehen das älteste
Druckerzeugnis ist, das in der Presse des Bartholomaeus Ghothan hergestellt wurde.

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