- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XII. 1925 /
96

(1914-1935)
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96 ADOLF SCHMIDT

Als 1494 beide Brüder eine Vikarie in der Marienkirche stifteten, wird er
noch als Lübecker Bürger bezeichnet, später Hess er sich die kirchlichen
"Weihen erteilen. Am 25. Februar wurde er als damaliger Lübecker
Kleriker von Papst Alexander VI. mit einer Lübecker Domherrenstelle beliehen.
Gelegentlich wird er auch als Presbyter Lovaniensis bezeichnet, er besass
also wohl auch in Löwen eine Pfründe. In Löwen ist er auch im Januar
1501 gestorben. Auf seinem Totenbette hatte er noch 600 M für die
Stiftung einer Vikarie im Lübecker Dome ausgesetzt, die am 30. April 1504 von
dem Bischof zu Lübeck bestätigt worden ist. Sein Bildnis befindet sich auf
dem von ihm für die Marienkirche zu Lübeck gestifteten Tafelbilde der
Gregorsmesse.1

Von diesem späteren Domherrn Alf Greverade liegt im Staatsarchiv
ein Testament vom 10. Juli 1484 vor, worin auch die Antoniusbrüderschaft
mit einem Vermächtnis bedacht ist. Bücher werden darin nicht erwähnt.
Da das Testament aus so früher Zeit stammt, kann es sehr wohl später
durch ein anderes ausser Kraft gesetzt worden sein, was um so
wahrscheinlicher ist, als Greverades Lebensverhältnisse sich durch seinen Übertritt in
den geistlichen Stand, und sein Vermögen sich durch den 1491 erfolgten
Tod seiner Mutter verändert hatten. Dieses zweite Testament ist allerdings
im Staatsarchiv nicht vorhanden, und über die Erbschaft Greverades ist
abgesehen von den Stiftungen für den Dom und die Marienkirche dort nur
bekannt, dass 1502 die Erben in ein Backhaus eingewältigt worden sind.
Das mag damit zusammenhängen, dass der Tod Greverades fern von der
Heimat erfolgt ist, und er seinen letzten "Willen, wie das auf dem
Totenbette gemachte Vermächtnis für den Dom beweist, vielleicht überhaupt erst
in seinen letzten Lebenstagen kund gegeben hat. In Löwen ist vielleicht
auch die Freundschaft mit Otto vamme Mere von Wesel entstanden, dem
Greverade Bücher vermacht hat. Der Name »de Mera» oder »Van der
Meren» kommt wenigstens in der Geschichte der Geistlichkeit und das
Universität zu Löwen mehrmals vor, wie sich aus Jean Mol anus, Les quatorze
Livres de l’Histoire de la Ville de Louvain publiés par P. F. X. de Ram
(Bruxelles 1861. 2. Bände) ergibt. Da aber zu Ende des 15. Jahrhunderts
in Lübeck ein Diederick vamme Mere erwähnt wird, dessen Verwandter
Otto vamme Mere gewesen sein könnte, steht nichts im Wege, auch an
frühere Beziehungen zwischen dem Erblasser und dem Erben der Bücher zu
denken.

1 Vgl. Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck, Bd. II,
S. 320 ff.

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